Game of Thrones: Wie das 5. Staffelfinale die Zuschauer richtig fertig macht

rsspoi

Ja, ich gebe zu, ein bisschen geschockt war ich vom Ende der 5. Staffel Game of Thrones bekanntlich ja schon. Zumindest ein „Alter Schwede!“, ist mir wohl entlockt worden. Aber das ist natürlich noch gar nichts im Vergleich zu diesen Leuten:

„Laudato Si'“ und die Medienkritik

Natürlich ist die päpstliche Enzyklika Laudato Si‘ auch an mir nicht vorbeigegangen. Und es dürfte eigentlich klar sein, dass ich sie von Absatz zu Absatz mit größerer Begeisterung zur Kenntnis nehme. (Ebenso, wie ich mich eigentlich dafür schämen müsste, eine gewisse Zufriedenheit zu empfinden, wenn ich manche Reaktionen in katholischen Tradi-Blogs lese.)

Wie auch immer, vielleicht folgt ja demnächst auch ein Beitrag über die Enzyklika an sich, heute will ich aber einmal einen Absatz hervorheben, in der Papst Franziskus eine durchaus berechtigte Medien- und Internetkritik übt. Was angesichts der eigentlichen Umweltthematik kein Widerspruch ist, legt der Papst doch dar, dass die Umweltzerstörung gerade deshalb so ein immens wichtiges Thema ist, weil sie alles und jeden betrifft.

Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet. Zugleich besteht die Tendenz, die realen Beziehungen zu den anderen mit allen Herausforderungen, die sie beinhalten, durch eine Art von Kommunikation zu ersetzen, die per Internet vermittelt wird. Das erlaubt die Beziehungen nach unserem Belieben auszuwählen oder zu eliminieren, und so pflegt sich eine neue Art künstlicher Gefühlsregung zu bilden, die mehr mit Apparaturen und Bildschirmen zu tun haben, als mit den Menschen und der Natur. Die derzeitigen Medien gestatten, dass wir Kenntnisse und Gemütsbewegungen übermitteln und miteinander teilen. Trotzdem hindern sie uns manchmal auch, mit der Angst, mit dem Schaudern, mit der Freude des anderen und mit der Komplexität seiner persönlichen Erfahrung in direkten Kontakt zu kommen. Darum dürfte es nicht verwundern, dass sich gemeinsam mit dem überwältigenden Angebot dieser Produkte eine tiefe und wehmütige Unzufriedenheit in den zwischenmenschlichen Beziehungen oder eine schädliche Vereinsamung breit macht. – Quelle: Ezyklika „Laudato Si'“

Auf den Punkt wird hier gebracht, dass der vermeintliche Vorteil des Internets, nämlich die Tatsache, dass jeder seine Meinung in die Welt hinausschreien kann, auch den Nachteil eines unerträglichen Lärms hat. Ein Lärm, in der manche Stimme untergeht und die hörbaren nicht vertrauenswürdig, vernünftig oder gar gut sein müssen – sie müssen nur laut sein.

Zur gleichen Zeit birgt das Internet die Gefahr, dass seine neuen Möglichkeiten der Kommunikation nicht als Ergänzung begriffen werden, sondern als Ersatz. Mit allen Verlusten, die uns durch das Verschwinden der zwischenmenschlichen Kommunikation zugefügt werden. Ein Skypechat ersetzt nicht die Berührung zweier Liebender und eine Freundschaft von Angesicht zu Angesicht zu beenden ist etwas anderes als bei Facebook.

Da hat der Papst gut gesprochen … ich darf in meinem nächsten Gebet nicht vergessen wie dankbar ich für diesen Papst bin.

Würzburg: Mozartschule? Abreißen und gut ist!

Man stelle sich vor, irgendwer müsste am Ende des Jahres einen Jahresrückblick über Würzburg schreiben, und ein Wort käme nicht darin vor: „Bürgerentscheid“ Wer sich das vorstellen kann, der kennt offenbar die Würzburger schlecht. Und so gibt es auch 2015 einen Bürgerentscheid, diesmal geht es um die Zukunft der seit Jahren (offiziell) leerstehenden Mozartschule.

mozartschule-wuerzburg
Stein des Anstoßes: Die ehemalige Mozartschule in Würzburg

Der Bürger hat die Wahl zwischen zwei Optionen. Der Vorschlag des Stadtrates sieht Neugestaltung des Mozartareals vor. Wie genau die Aussehen soll, na ja, das weiß keiner so genau. Ein Investor ist schon gefunden, bei Würzburg erleben spricht der gar von einem Starbacks. Aber ganz ehrlich, der spricht von so viel, dass man denkt, so groß ist das Mozartareal jetzt auch wieder nicht. Was da entstehen soll, ließe sich wahrscheinlich auch wie folgt zusammenfassen: Teure Wohnungen und ein Einkaufscenter, das ganze Oberzentrumsgedöns aus dem letzten Jahrhundert eben. Die zweite Option ist der von einer Bürgerinitiative „Rettet das MOZ“ angeleierte eigentliche Bürgerentscheid, der die Mozartschule sanieren will, um dann ein Kulturzentrum darin zu eröffnen. Was a) Scheiße teuer werden, obwohl b) niemand so genau weiß was man danach mit dem Gebäude eigentlich machen soll.

 

Und da gibt es ja noch das Thema Denkmalschutz, das den Abriss der ehemaligen Schule verhindern soll. Allerdings sag ich es mal so, das Gebäude ist jetzt kein architektonisches Kunstwerk und wenn wir alle Bruchbuden unter Denkmalschutz stellen, nur weil sie ein paar Jahrzehnte gestanden haben, können wir bald komplett aufhören neue Häuser zu bauen – nicht, dass es nicht einige Würzburger geben würde, die das so sehen.

Bürgerentscheide haben nix mit Demokratie zu tun

Vielleicht sollte man aber an dieser Stelle zuerst einmal anmerken, dass gerade die letzten beiden Bürgerentscheide in Würzburg eine Sache ganz deutlich belegen: Bürgerentscheide haben nichts mit Demokratie zu tun und durch sie wird auch nicht die Entscheidung eines signifikanten Anteils der Bürger festgestellt. Bürgerentscheide sind in Würzburg in Wahrheit nur ein Beleg dazu, welche Gruppe am geschicktesten in der Motivation ihrer eigenen Leute ist, während sich das Gros der Bürger nicht die Bohne für das Thema interessiert. Naturgemäß glauben die Initiatoren des Bürgerentscheids natürlich weiterhin die Masse der Bürger zu vertreten, aber allein die Wahlbeteiligung spricht für das Gegenteil. Und das es niemanden wirklich gejuckt hat, dass die Stadt Würzburg die Ergebnisse des letzten, für sie negativ verlaufenen, Bürgerentscheids schlicht und einfach ausgesessen hat, ist nur ein weiterer Beleg dafür.

Nichtsdestotrotz muss man sich als verantwortungsbewusster Bürger, der aus Prinzip sein Recht zur Wahl wahrnimmt, jetzt halt doch entscheiden. Und das ist für mich gar nicht so leicht. Meiner Ansicht nach braucht Würzburg keine großen Einkaufsflächen mehr und angesichts der ökonomischen Entwicklung ist das auch eine ziemlich blöde Idee. (Außerdem bringen mich als Liebhaber dieses himmlischen Getränks Kaffee auch keine zehn Pferde in einen Starbucks, kostenloses WLAN kriege ich auch woanders.) Auf der anderen Seite ist eine Sanierung des Areals schlicht zu teuer und auch als Kulturliebhaber bin ich der Ansicht, man kann es auch übertreiben. In der Zellerau entsteht gerade Großes auf dem Bürgerbräugelände und die Pläne rund um den Kulturspeicher ein ganzes Kulturzentrum entstehen zu lassen sind auch noch längst nicht fertig. Es braucht auf dem Mozartareal schlicht kein neues Zentrum.

Entscheidet am Ende eh wieder ein Richter?

Ich tendiere also am Ende notgedrungen zur ersten Option. Mit der bin ich zwar nicht glücklich, sie ist aber immerhin noch das geringere der beiden Übel. Abgesehen davon ist das Ergebnis des Bürgerentscheids vielleicht aber auch eh überflüssig, weil es unabhängig vom Ausgang eben nicht zwangsläufig auch umgesetzt werden muss. Setzten sich die Befürworter des Erhalts durch, muss erst einmal die ganze Sanierung geprüft werden. Außerdem muss man vielleicht auch mal konkret sagen, was überhaupt damit passieren soll. Das dauert …. und am Ende könnte die Stadt das Thema einfach aussitzen. Wogegen die Befürworter am Ende wohl auch klagen würden. Was auch eine nicht ganz unwahrscheinliche Option ist, wenn sich die Ansicht des Stadtrates durchsetzt. Was man auch gut an Würzburgs ehemals erstem Hochhaus in der Augustinerstraße sehen kann. Das bröckelnde Gebäude ist inzwischen seit einer Ewigkeit in einem mit grünem Netz umspannten Baugerüst versteckt, dass es mich schon wundert, dass noch niemand das Baugerüst selbst unter Denkmalschutz gestellt hat. Aber so ist das halt in Würzburg.

Eine Schreibmaschinen-Symphonie

Ich hab ja noch auf einer guten alten Schreibmaschine das 10-Finger-System in der Schule gelernt. „Maschinenschreiben“ nannte sich das Fach, und es hatte eigentlich so gar nichts musikalisches.

Wie Chris Gregg das im Detail angestellt hat, hat er hier bestens erklärt.

via interweb3000.de

Eine Mumie – Touristensouvenirs der anderen Art

Der moderne Zollbeamte an Flughäfen hat leider immer noch zu häufig mit Touristen zu tun, die Souvenirs aus den Überresten von gefährdeten Tierarten ins Land schmuggeln wollen. In den Herkunftsländern kann man diese ohne größere Probleme kaufen, man muss nur genug Geld haben. Wenn man aber rund 130 Jahre zurückgeht, dann war das Angebot für Touristen, damals per Definition gut betucht, noch weit erschreckender. Da traf man in Ägypten schon mal auf einen Straßenhändler mit Mumien im Angebot.

Man selling mummies in Egypt, 1875 – imgur.com

In der Tat gab es in Ägypten einmal eine Zeit, in der man derart viele Mumien ausgegraben hat, dass manche sie sogar als Ersatz für Brennholz missbraucht haben sollen. Während die vermeintlich kultivierteren Europäer zuhause in ihren Herrenhäusern Partys veranstalteten, deren Höhepunkt daraus bestand, gemeinsam eine Mumie auszuwickeln.

Solche Praktiken gehören inzwischen der Vergangenheit an. Mumien findet man heute nur noch in Museen, ob das die Totenruhe besser schützt, kann aber zumindest diskutiert werden. Und so sicher vor religiösen Eiferern sind sie im Notfall wahrscheinlich heute auch nicht mehr. Irgendwie hat das mit dem Plan der alten Ägypter, den Körper unversehrt für die Ewigkeit zu konservieren am Ende nicht ganz geklappt.