Kabul: Wenn Mädchen kein Fahrrad fahren dürfen …

Kurzfilm: Life Smartphone

Einst hatte der Mensch gelernt aufrecht zu gehen und mit seinen Mitmenschen zu interagieren. Doch dann kam das Smartphone, und mit ihm der Buckel und die Nichtkommunikation:

via Nerddrugs

Dieser Beitrag gehört zum Special Am Ende der Geschichte.

Muss man Pornos analysieren?

Gestern war ich in der ersten Vorlesung der Ringvorlesung Pornographie an der Uni Würzburg und bin gleich mit  ein paar Fragen nach Hause gegangen. Fragen, die etwas darüber hinaus gehen, warum sich Studenten heutzutage mit einer Tüte Chips in den Audimax setzen.

  • Lohnt sich eine wissenschaftliche/künstlerische Sichtweise auf den Pornofilm?
  • Muss man dabei zwischen dem Hardcoreporno und dem Pornofilm unterscheiden, der es in die Mainstreamkinos schafft?
  • Inwieweit beeinflussen sich diese beiden Genres gegenseitig?

Die erste Frage ist eigentlich ziemlich einfach, denn jeder kann sie für sich selbst beantworten. Denn bevor man an die eigentliche Frage herangeht, kommt erst einmal die moralische Komponente und wer Pornographie per Definition als etwas schlechtes sieht, für den lautet die Antwort auf die eigentliche Frage folgerichtig wohl nein. Wer die moralische Wertung etwas lockerer nimmt oder die Moral gar ganz beiseite lässt, für den lautet die Antwort ja. Ein Einschub, den ich mir hier übrigens nicht verkneifen kann, ist der Hinweis darauf, dass jene, die die Moral ganz ausklammern nicht weniger ideologisch handeln, als jene, die die Moral als Ausschlusskriterium nutzen. Der amoralische Betrachter überhöht dann meist den Wert seiner Analyse und kann sich nicht selten Seitenhiebe auf den moralischen Betrachter verkneifen. Thats life …

Eine künstlerische und wissenschaftliche Sichtweise ist im Prinzip erst einmal immer möglich. Man kann die in Spongebob Schwamkopf eine gesellschaftskritische Komponente erkennen, man kann aber auch in den Hinrichtungsvideos des IS eine Ästhetik finden. (Ich kann übrigens weder das eine, noch das andere.)

Wenn ich mich jetzt Pornofilmen auf diese Weise näher, muss ich dann zwischen den Hardcorepornos und jenen Pornofilmen wie zum Beispiel Im Reich der Sinne, Obsession oder Irreversible unterscheiden? Meine spontane Antwort wäre ja, aber mit etwas Nachdenken musste ich weiter differenzieren. Während ich Im Reich der Sinne etwa eindeutig als Kunst betrachte, sind etwa viele Filme von Lars von Trier für mich absolut wertlos, weil mir Provokation um der Provokation Willen überflüssig erscheint. Ebenso überflüssig wie Irreversible, in der Position gehe ich wohl contra zum Dozenten des gestrigen Abends Ralph Pordzik, weil es sich dabei um einen Film handelt, dessen Wert allein in Kameraführung und Farbgestaltung liegt, aber der ansonsten absolut leer ist. Sprich, ich muss schon diese Seite der Medaille Pornographie aufspalten und das passiert letztlich auch auf der Seite der Hardcorepornos. Die Entsprechungen des Überflüssigen oder der provokanten Provokation wären in diesem Fall vielleicht Pornofilme, die allein als Mastrubationsvorlage dienen und von denen der Konsument immer eine Steigerung erwartet. Allerdings gibt es eben auch Pornofilme, die eine nicht zu leugnende ästhetische Variante haben. Kurz zusammengefasst: Ja, man kann meiner Meinung nach durchaus Grenzen ziehen, aber die verlaufen nicht zwischen den beiden Bereichen, sondern jeweils an ihren Rändern.

Bleibt dennoch die Frage der gegenseitigen Beeinflussung der beiden Übergenres, die auch in der gestrigen Vorlesung eine Rolle gespielt hat. Trieb 50 Shades of Grey nicht nur den Absatz von Plüschhandschellen nach oben, sondern auch die Nachfrage nach (richtigen) SM-Filmen? Ist also der cineastische Porno wie Im Reich der Sinne nicht ein Versuch den Pornofilm eines auszuwischen, wie ich frei die Meinung des Dozenten interpretiere, sondern nicht eher ein Türöffner für die richtige Pornographie Hardcorepornographie? Eine Art Cannabis als Einstiegsdroge für den richtig harten Stoff? Das ist natürlich eine Sichtweise, die darauf beruht, dass ich nicht bereit bin die Moral komplett auszuklammern. Und auch der simplen Erkenntnis wegen, das – unabhängig von der gegenseitigen Beeinflussung der Genres – auch Filme wie Irreversible oder Obsession nicht als Selbstzweck entstehen, sondern auch Kasse machen sollen.

Habe ich damit jetzt die Einstiegsfrage in der Überschrift beantwortet? Ich glaube fast nicht, holen wir das also nach: Ja, man kann Pornos analysieren. Aber man muss es nicht bei jedem tun.

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Uniformträger im Weltraum

Deutsche Astronauten nehmen ja schon mal die Maus mit auf die ISS. Der gewöhnliche amerikanische Astronaut denkt dabei eher an sein Lieblingsteam in der MLB:

Am coolsten sind aber italienische Astronautinnen! So wie Samantha Cristoforetti, die kurzerhand ihre Star Trek-Uniform anzieht und als echte Kathryn Janeway posiert:

Hot Dogs mit Balsamico-Zwiebeln

Hab ich schon mal geschrieben, dass ich ein großer Fan von Rachel Khoo bin? So etwas wie die Prinzessin im britischen Kochfernsehen. Und wie es sich bei königlichen Blut in England gehört, auch mit deutschen Wurzeln. Neulich hat Rachel Khoo in ihrem Youtube-Kanal ein einfaches Rezept für etwas andere Hot Dogs gepostet:

Und weil ich nicht nur ein Fans von Hot Dogs, sondern auch von Zwiebeln bin, gab es diese speziellen Hot Dogs mit Balsamico-Zwiebeln auch kurz darauf bei mir zum Abendessen. Die Zubereitung ist auch nicht weiter schwer:

Einfach rote Zwiebeln schneiden, mit Balsamico übergießen und dazu etwas Olivenöl und Salz. Alles gut eine halbe Stunde in den Ofen und dann die Würstchen dazu geben und noch einmal lange zehn Minuten warten.

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Hot Dogs mit Balsamico-Zwiebeln

PS: Beim Salat habe ich ein bisschen geschummelt und sowohl beim Salat selbst, wie auch beim Dressing das genommen, was ich gerade in der Küche hatte.

Kulturen der Pornographie (Ringvorlesung)

In den nächsten Woche könnte es in diesem Blog ein bisschen pornographischer werden, weil ich die Ringvorlesung “Kulturen der Pornographie” an der Universität Würzburg auf dem Plan habe, und man davon ausgehen kann, dass einige Erkenntnisse von dort auch sicher hier im Blog verarbeitet werden.

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Pompeii – Casa del Centenario – Cubiculum – detail“ von Marcus CyronEigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Pornographie ist ein Thema, das uns ja alle irgendwie umgibt, ob man es denn will oder nicht. Wobei es natürlich auch stark auf die Definition ankommt, die bei jedem ja ein bisschen anders ist. Wie durchsexualisiert unsere Welt zum Beispiel durch das in der Werbung weit verbreitete “Sex sells” wirklich ist, auch darüber kann man durchaus diskutieren. Die Grenzen zwischen Porno, Erotik und Kunst sind ein ziemlich verschwommener Nebel.

Sicher ist allerdings, das Pornographie nun wirklich keine Erfindung des Internets ist. Wobei man durchaus die Frage stellen kann, inwiefern das Netz die Pornographie verändert hat. Schließlich dürfte sie noch nie so einfach für so viele abrufbar gewesen sein.

Themen der Ringvorlesung in Würzburg ist dann auch zum Beispiel eine medienpsychologische Betrachtung der ganzen Angelegenheit oder auch die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Auch das Genre Porn Parody wird behandelt, das mir vollkommen neu war, bis ich vor kurzem gelesen habe, dass es wohl auch über eine meiner Lieblingsserien, Doctor Who, einen solchen Streifen gibt. Alle Vortragsthemen finden sich hier.

Ich bin gespannt und das Thema “Pornographie” hat ja auch in diesem Blog schon den ein oder anderen Beitrag hervorgebracht:

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Der Thomas & die Mathematik

Meine letzten guten Noten in Mathe sind Jahrzehnte her und stammen noch aus dem Quali in der Hauptschule. Die zwei Jahre Wirtschaftsschule waren danach frei von Mathematik, weil es das Fach schlicht nicht gab. Das ich dann drei, statt zwei Jahre auf der FOS war – na ja, das hatte dann ein bisschen mit Mathe zu tun. :-)

Im Studium gab es dann auch Mathevorlesungen, die ich aber entweder mit Glück bestanden habe, oder durch Professoren, die keinen Grund darin sahen Studenten der BWL oder Wirtschaftsinformatik wegen Mathe durchfallen zu lassen.

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In gewisser Weise, ein mathematischer Kreislauf.

Und trotz dieser schulisch-universitären Vorgeschichte, hat mich Mathematik immer fasziniert. Wenn mir jemand erzählt hat, dass Mathematik etwas philosophisches oder gar künstlerisches hat, dann habe ich das immer verstanden. Bücher über Mathematik finden sich einige in meiner Bibliothek. Und das Mathematik, ähnlich wie Computer, in der alltäglichen Welt eine wesentliche, dennoch meist unbemerkte Rolle spielt, ist eigentlich Usus.

Der Hacken an meiner Faszination für das Thema ist freilich in gewisser Weise ebenso offensichtlich – ich bin nicht besonders gut drin. Damit sich das zumindest ein bisschen ändern wird, habe ich letzte Woche wie bereits geschrieben mit einem zweiten MOOC begonnen: Mathematisch denken!

Dafür ist auch oben gezeigte Zeichnung entstanden. Man wird sich denken können, dass das kein Kurs wie jeder andere ist. Dozent Christian Spannagel unterscheidet sich ja auch ein bisschen von meinen Mathelehrern und -dozenten aus Schul- und Hochschulzeit. Ich stecke gerade noch mitten in der zweiten Lektion, aber ich glaube ich kann den etwas anderen Mathekurs schon jetzt empfehlen. Werft mal einen Blick rein – kostet auch nix.

Buchkritik: “Preußen”, von Christopher Clark

Die Geschichte von Preußen, ist eine Geschichte voller Missverständnisse – um einen Kalauer aus der Zeit zu zitieren, als wir noch Fernsehwerbung gesehen haben. Preußen ist längst von der Landkarte verschwunden, und doch irgendwie allgegenwärtig. Es ist so etwas wie das Bayern München unter den deutschen Staaten – man liebt es, oder man hasst es. Ob aber die Bewunderer Preußens ein korrektes Bild haben, darf ebenso bezweifelt werden, wie das Bild jener, die Preußen für alles Schlechte in der deutschen Geschichte verantwortlich machen. Es ist schwer sich des Themas unvoreingenommen zu nähern, wahrscheinlich brauchte es tatsächlich einen Christoph Clark, der von Außen auf die Geschichte eines Staates blickt, der Deutschland wie kaum ein zweiter prägte.

Clarks detailliert und doch nie langatmige Erzählung beginnt zu einer Zeit, als Preußen so noch gar nicht hieß und als die ersten Hohenzoller auf dem Thron Brandenburgs erst die ersten begehrliche Blicke auf jenes Territorium warfen, das ihrem Land einst den Namen geben sollte. Brandenburg ist damals kein sehr begehrliches Fleckchen Erde, dessen einziger Aktivposten für einen Herrscher das Recht zu sein scheint, den deutschen Kaiser mitwählen zu dürfen. Doch schon um 1600 legten seine Herrscher die ersten Grundbausteine, die letztlich erst 1947 von den Alliierten eingerissen werden sollten. Ist das Gebiet im 30jährigen Krieg kaum mehr als ein wehrloser Spielball der Mächte, beginnen die Hohenzollern Stück für Stück am Mythos Preußen zu bauen.

Dabei konzentriert sich Clark allerdings nicht ausschließlich auf die Herrscherfamilie, die untrennbar mit Preußen verbunden ist, und auch nicht auf große historische Persönlichkeiten wie etwa Hardenberg, Bismarck oder die Humboldts. Er beschreibt auch die Welt der Junker, ohne dabei zu beschönigen – aber auch ohne in billige Klischees zu verfallen. Wie er überhaupt Klischees meidet, sondern statt dessen versucht ein ehrliches Bild zu zeichnen. Ein Bild, das eben durchaus militärischen Kadavergehorsam enthält, aber eben auch die Leistung aufklärerischer Staatsbeamte hervorhebt. Er beschreibt die Zusammenhänge innerhalb Preußens und außerhalb. Ein kompliziertes Netzwerk, bei dem der Staat und seine Könige öfter Spielbälle als wirkliche Spieler waren. Die Hohenzoller mochten Preußen zur Großmacht führen, doch unter den europäischen Großmächten war Berlin stets die Kleinste.

Auf diese Weise legt Christopher Clark in gewisser Weise ein Standardwerk vor, das jeder gelesen haben sollte, wenn er ein halbwegs realistisches Preußenbild in seinem Kopf entwickeln kann. So entsteht ein bebildertes Paradox, in dem Preußen letztlich nur ein Staat wie jeder andere war, sich in gewisser Weise aber eben doch von den anderen europäischen Ländern unterschied. Anders als die sich für eigenständig haltenden Bayern, hätte es Preußen sehr wohl alleine gekonnt. Sein Schicksal war es aber am Ende den Grundstein für unser heutiges Deutschland zu legen. So beging es 1871 in gewisser Weise einen Selbstmord auf Raten, der nicht einmal 100 Jahre später zu seinem Tod führte. Preußen war der Geburtshelfer Deutschlands, Deutschland hat es ihm schlecht gedankt.

Bewertung: fünft

Findet Wolfgang Schäuble Demokratie einfach doof?

Einen Frankreichurlaub dürfte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wohl derzeit nicht planen, den in unserem Nachbarland hat er sich ziemlich unbeliebt gemacht. “Frankreichfeindlichkeit”, wirft ihm gar der Vorsitzenden der französischen Sozialisten vor.

Was ist passiert?

Nun bei einem Treffen eines US-Thinktanks, hat Wolfgang Schäuble folgendes gesagt:

“Frankreich könnte froh sein, wenn jemand das Parlament zwingen würde, aber das ist schwierig, so ist die Demokratie.” (Quelle: FAZ)

Daraus eine “Frankreichfeindlichkeit” herauszulesen ist durchaus legitim, aber ist Schäubles Aussage nicht eher Brandmal einer anti-demokratischen Haltung. In der Sache bemängelt Schäuble, das aus seiner Sicht notwendige Arbeitsmarktreformen nicht durchgeführt werden, weil die demokratischen Vertreter des französischen Volkes und die Stimmung in der Bevölkerung selbst dies nicht wollen. Die legitime demokratische Vertretung eines anderen Landes will also nicht so, wie es der deutsche Finanzminister als Erfüllungsgehilfe eines pervertierten Kapitalismus gerne hätte. Mit anderen Worten, Wolfgang Schäuble findet die Demokratie doof, weil die nicht so will, wie er will. Das ist nicht neu. Auch die demokratisch gewählte griechische Regierung, über deren Handlungen man zwar streiten darf, sie dennoch aber als Ergebnis eines demokratischen Prozesses akzeptieren muss, hat Schäubles bizarres Demokratieverständnis schon das ein oder andere Mal zu spüren bekommen.

Die Ehe zwischen Demokratie und Kapitalismus ist längst geschieden. Das Märchen, dass sie Hand in Hand gehen längst widerlegt. Übrigens schon vor Jahrzehnten, als die Chicago Boys die chilenische Wirtschaft unter Pinochet ruinierten. Und Beispiele wie China zeigen, dass Kapitalismus sehr wohl auch in Diktaturen gedeihen kann. Besser sogar, weil dort das Volk keine demokratische Handhabe gegen die Auswüchse der eigentlich vernünftigen Marktwirtschaft hat.

Die Denkweise, die Wolfgang Schäuble hier offenbart, zeigt aber, dass auch unsere Demokratie in Gefahr ist. Politiker wie Schäuble unterwerfen den Staat der Ökonomie und nicht umgekehrt, wie es eigentlich sein sollte. Der Staat ist dazu da die Regelwerke zu schaffen, damit die Ökonomie zum Nutzen aller arbeiten kann. Politiker wie Wolfgang Schäuble aber wollen eine Ökonomie, die die Regeln schafft, damit der Staat zum Wohle des Kapitalismus arbeitet.

David Hasselhoff & das geilste Video 2015!

Sagt man heute eigentlich noch “geil”? Ach, was, auch egal. David Hasselhoff, der die Berliner Mauer praktisch allein eingerissen hat, ist zurück. Und sein Soundtrack zum Crowdfunding-Trash Kung Fury ist schlicht – na ja – geil eben: