So schnell kann’s manchmal gehen. Da liest man schnell noch eine alte Ausgabe der Medium zu Ende, in der es um darum geht, dass US-Zeitungen den Printverkauf zugunsten ihrer Webseite einstellen, und blättert dann die jüngste Ausgabe auf und liest, dass die Times-Picayune wieder auf Print macht.
Ist die Entwicklung weg von Print, hin zu purem Online damit gestoppt? Na ja, Printliebhaber dürften sich zugleich bestätigt fühlen, wie getäuscht. Denn zum einen gibt die Times-Picayune in New Orleans keine tägliche Zeitung heraus und zum anderen könnte die herausgebende NOLA Mediagroup einfach auch nur ihrer Zeit ein bisschen voraus gewesen sein.
Warum ist die Times-Picayune zurück zum Print?
Scheinbar hat die Picayune-Times derzeit noch ein interessantes Problem. Sie hat zu wenige Abonnenten, um wirtschaftlich zu sein, aber zu viele, um sich von diesem Geschäftsmodell zu verabschiden. (Als Abo ist die Zeitung übrigens auch jetzt nicht mehr zu bekommen.) Zumindest haben sich eine Menge – auch wichtige – Leute ziemlich aufgeregt. Siehe diesen Artikel der NY Times: Newspaper Monopoly That Lost Its Grip
Und im besagten Artikel der New York Times wird noch ein anderer Punkt angeschrieben, den die Columbia Journalism Review genauer in The Advocate vs. the Times-Picayune genauer ausarbeitet. Offenbar ist die Gruppe jener Printleser, deren Markentreue nicht groß genug ist den Schwung zu Online mitzumachen, beachtlich groß, solange ein Konkurrenzprodukt zu haben ist, das nach wie vor gedruckt erscheint.
Aber sind das echte Gegenargumente?
Nur heißt das jetzt, das Printliebhaber beruhigt schlafen können? Ich fürchte nicht, denn der Medienwandel schreitet scheinbar unaufhaltbar fort. Nur scheint das Ganze mehr oder weniger sauber nach Generationen getrennt zu sein. Ich fürchte Zeitungsleser werden demnächst so reagieren wie meine Großeltern, die bekennende Internetverweigerer sind und sich ärgern, dass die Fernsehsender Internetadressen einblenden, statt wie früher Seitenzahlen des Videotextes. Sprich, irgendwann wird die Zahl der Zeitungsleser so gering sein, dass es für die breite Masse an Verlagen unwirtschaftlich ist noch täglich zu drucken. Das es bei neuen Entwicklungen ein paar der Early Adopter erwischt, ist nicht weiter ungewöhnlich.





