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Frei nach dem alten Descartes: Ich blogge, also bin ich

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Serienkritik: Doctor Who – Staffel 7, Teil 2

Screenshot: iPad

Ich fange langsam an iTunes zu mögen. Jeder, der es mir ermöglicht kurz nach der Erstausstrahlung bei der BBC, die neuen Folgen von Doctor Who zu sehen, hat meine grundsätzliche Sympathie.

Allerdings hatte ich bis dahin von anderen Doctor Who-Fans nicht allzu viel Gutes über die neue Staffel gehört. Ein Eindruck, den ich zumindest teilweise teilen kann.

Doch gehen wir die Episoden mal einzeln durch:

The Bells of Saint John, die erste Epidsode, spielt mit dem modernen Internet- und Social Media-Wahn, indem ein Unbekannter die Menschen sprichwörtlich ins Web hochlädt. Gespickt mit Animationen a la Sherlock, ist die Folge aber deutlich zu kurz geraten. Zwar wird die Thematik sicher noch einmal aufgegriffen, aber nach rund 45 Minuten kam der Schluss hier doch etwas hart.

Bei The Rings of Akhaten muss ich zugeben, mir die Folge wohl nochmal ansehen zu müssen, um sie zu verstehen. Auf der anderen Seite muss ich zugeben, die Episode ist nicht gerade ein Höhepunkt der Serie und hält dem Vergleich zu den Folgen, in denen der Doctor seine vergangenen Companions zum ersten Mal mit auf eine Reise genommen hat nicht stand.

Cold War ist hingegen eine ordentliche Durchschnittsfolge nach beliebtem Muster. Ganz gute Unterhaltung, auch wenn man sich von einem Gastauftritt David Warners vielleicht etwas mehr hätte erwarten können. In Hide weiß der erfahrene Doctor Who-Fan natürlich, dass es keine Gespenster gibt, sondern es sich dabei um Außerirdische handelt. Weil das auf die Dauer aber vorhersehbar wird und man sich nicht mit echten Gespenstern abgeben will, wird in dieser romantischen Folge auch noch etwas mit der Thematik Zeitreise gespielt.

In Journey to the center of the Tardis wird mal wieder versucht die dunkle Seite des Doctors hervorzuheben. Etwas, was bei Matt Smith irgendwie aber nicht funktionieren will. Zudem beißt sich die Folge mit einer älteren Episode, in der die Tardis kurzzeitig in Person einer Frau in Beziehung zum Doctor trat.

The Crimson Horror ist dagegen wieder einmal eine Folge ganz nach meinem Geschmack. Gute Story, gute Schauspieler (Himmel, ist Diana Rigg alt geworden.) und Spannung pur. Bis zu diesem Zeitpunkt sicher einer der Höhepunkte der Staffel. Mit Nightmare in Silver geht es danach aber wieder ein bisschen bergab, kann ich doch hier am besten nachvollziehen, warum einige Fans mit Matt Smith unzufrieden sind. Im Schachspiel mit sich selbst ist er schauspielerisch eindeutig überfordert. Kurz, man kauft ihm den Zwiespalt nicht ab.

Mit The Name of the Doctor geht es dann ins Finale – und so viel sei an Spoilern verraten, es endet mit einem Cliffhanger. Insofern kann man diese Folge auch noch nicht so wirklich bewerten, aber der Cliffhanger hat was für sich.

Filmkritik: Star Trek – Into the Darkness

Star Trek – Into the Darkness

Bei Gelegenheit muss ich mal einen Trekkie fragen, was eigentlich die Star Trek-Gemeinde zu der Art Neustart denkt, den J.J. Abrams dem Ganzen verpasst hat. Denn um ehrlich zu sein, ich hätter darauf getippt, dass sie mehr oder weniger Sturm laufen – was aber wohl nicht der Fall war. Aber na ja, wenn man den DC-Fans diesen Erde 2-Scheiß verkaufen kann, kann man einem Trekkie wohl auch so etwas andrehen.

Na ja, wie auch immer, der neue Star Trek hat in meinem Umfeld einiges an Lob bekommen. Manche erklärten es sogar zu einem absoluten Muss den Film zu sehen. Nun, ich würde das nicht so sehen. Man kann sehr gut durchs Filmjahr 2013 kommen, ohne sich Star Trek – Into the Darkness angesehen zu haben.

Ganz ruhig, das hier wird jetzt auch kein Veriss, aber eben auch keine Jubelkritik. Abrams 2. Streich krankt vor allem an seiner Effekthascherei. Es kracht und explodiert sich durch den Film und damit auch der letzte Idiot merkt, dass er in einem 3D-Kino sitzt, jagt auch schon mal ein Raumschiff durch die Gebäude der Sternenflottenhauptstadt San Francisco.

In Ansätzen durchaus an Handlung und Bezügen zum hier und jetzt bemüht, opfert J.J. Abrams bald alles dem schönen (explodierenden) Schein. Das macht er dann recht gut und so wird der Film zumindest nicht langweilig und rangiert in der Popcornwelt des Mainstreams doch in der Kategorie Blockbuster vor sich hin.

Glänzen kann der Streifen allerdings ein bisschen wegen seiner Britishness. Erneut ist Simon Pegg als Scotty einer der wenigen schauspielerischen Höhepunkte des Films. Und Benedict Cumberbatch dürfte Ricardo “Plastikbrust” Montalban als Khan schon nach seinem ersten Auftritt vergessen machen. Letztlich sorgen diese beiden für ein paar Pluspunkte, während die eigentlichen Hauptdarsteller von Spock und Kirk (Ich hab die Namen vergessen und auch nicht vor nachzusehen.) blass und kaum erwähnenswert sind.

Insgesamt ist Star Trek – Into the Darkness also ein Film, der den Zuschauer zufriedenstellen kann – dafür ist er ja auch gemacht worden. Wer aber ein bisschen mehr erwartet hat, der hat – na ja, zu viel erwartet. Es ist halt Unterhaltungskino …

Ist das Buch wirklich immer besser als der Film?

Hab heute dann doch mal Die Tribute von Panem gesehen. Nicht als Vorbereitung auf den bald in die Kinos kommenden 2. Teil, sondern eher, weil sich in mir langsam ein kleiner Fan von Jennifer Lawrence entwickelt.

Und wie ich mir den Film so ansehe, musste ich natürlich immer wieder an die Parallelen zu Battle Royale denken. Auch wenn die Hintergründe der beiden Geschichten unterschiedlich sind, die Thematik hat ja offensichtliche Ähnlichkeiten. Und wenn ich an Battle Royale denke, kommt mir in den Sinn, wie schlecht ich den Roman fand, der dem japanischen Klassiker zugrunde liegt. In der Tat ist das einer jener äußerst seltenen Fälle, in denen ich jemanden den Film empfehlen würde und weniger das Buch. Oder noch treffender ausgedrückt, in diesem Fall ist der Film besser als das Buch.

Das ist natürlich eine Aussage, die man eigentlich gar nicht laut aussprechen darf. Es ist ein intellektuelles Naturgesetz in Kinoangelegenheiten, dass das Buch immer – quasi per Definition – besser ist als der Film. Neben dem intellektuellen Geschwafel ließen sich dafür auch handfeste Gründe finden. Zwei Beispiele: Das Buch bietet der Handlung mehr Raum, vor allem Nebenerzählstränge und Nebenfiguren können hier zu ihrem Recht kommen. In der komprimierten filmischen Darstellung werden sie manchmal ganz gestrichen. Aber auch die Charakterzeichnung der Hauptfiguren kann im Buch weit ausgefeilter an den Konsumenten gebracht werden. Ohne die Romanvorlage zu kennen, glaube ich, dass hier das dies im Fall von Die Tribute von Panem übrigens zutreffen (sollte).

Soweit die Theorie, doch wenn man sich in Erinnerung ruft, was Film und Buch gemein ist, sollte man das Buch nicht per Definition als besser betrachten. Beide sind nämlich nichts weiter als das Medium, das die eigentliche Geschichte transportiert. Und ich fürchte nun einmal, dass das Buch nur deshalb von allen als besser bezeichnet wird, weil man sich da einer gewissen Norm unterwirft.

Nur trifft das eben immer zu? Kann eine im Vergleich zum Buch gekürzte Variante nicht auch besser sein, weil sie den Fokus auf die eigentliche Geschichte legt? Nicht alle Nebenstränge sind wirklich bedeutsam oder gar erzählenswert, manche sind auch nur Balast. Böse Zungen könnten sie gar als Seitenschinderei des Autoren bezeichnen.

Buch und Film bieten zwei Varianten einer Geschichte, sie bieten durchaus auch einen eigenen Blickwinkel auf sie. Welche einem besser gefällt, sollte man also durchaus von Fall zu Fall entscheiden, oder?