blog.matterne.eu

Frei nach dem alten Descartes: Ich blogge, also bin ich

blog.matterne.eu - Frei nach dem alten Descartes: Ich blogge, also bin ich

Buchkritik: Würzburg im Herzen

“Kann man eine Stadt im Herzen trage? Die Heimatstadt, den Wohnort, das langjährige Domizil? Ja, man kann …”

Charlotte Breyer überlässt es ihrem Main Post-Kollegen Peter Krones die entscheidende Frage dieses Buchs zu stellen und auch gleich zu beantworten.

“… das sehr wohl, auch wenn diese herzliche Verbundenheit weniger mit Bauwerken oder Straßen zu tun hat, als viel mehr mit den Menschen, die einer Stadt das Gesicht geben.”

In zahlreichen in der Zeitung gedruckte Gespräche, man mag sie nicht Interviews nennen, und gerne auch mal bei einem Dämmerschoppen hat Charlotte Breyer einige dieser Gesichter porträtiert, eine Auswahl davon hat ihren Weg in  ”Würzburg im Herzen – Menschen, die die Stadt bewegen” gefunden. Einige davon sind bekannt, andere kennt man zum Beispiel im Würzburger Kulturleben andere wiederum würde man womöglich ohne dieses Buch gar nicht kennen. Der ein oder andere ist auch international bekannt, wie der israelische Autor Jehuda Amichai, der andere ist stadtbekannt, wie das lokalpolitische Urgestein Erich Felgenhauer. Allein gemein ist aber die Liebe zu ihrer alten oder ewigen Heimatstadt – Würzburg.

Ein Würzburger Who is who, das keines sein will und doch eines ist.

Jetzt könnte man natürlich annehmen Würzburg sei die eigentliche Hauptperson dieses Buches, erstaunlicherweise geht es in fast all ihren Porträts kaum um diesen gemeinsamen Nenner der porträtierten Personen. Die Gemeinsamkeit spielt nur eine Nebenrolle, sie taugt eigentlich nicht einmal als roter Faden. Insofern richtet sich dieses Buch auch vor allem an die Würzburger selbst, die ihre Stadt schon kennen und vielleicht auch manchen, den Charlotte Breyer zu einem Dämmerschoppen – übrigens eine sehr passende Umgebung – getroffen hat.

Die Auswahl der Personen soll kein Who is Who von Würzburg sein, auch wenn einem manche Namen sofort einfallen, die klar fehlen, ist es das natürlich letztlich schon. Ein bisschen Main Post-zentristisch ist die Auswahl dann aber auch geworden, aber das kann der ansonsten gut durchdachten Zusammenstellung auch nicht schaden. Am Ende ist ein Würzburger Lesebuch herausgekommen, das eigentlich jeder Würzburger mal in der Hand gehalten haben sollte.

FACTS: “Würzburg im Herzen – Menschen, die die Stadt bewegen” von Charlotte Breyer – Main-Post – Würzburg 2010 – ISBN 3-925232-65-6

Restaurantkritik: Biergarten Goldene Gans, Würzburg

Ein fränkischer Biergarten am Main.

Manchmal gibt es Orte, die punkten vor allem mit dem Ambiente und so ist es vielleicht auch mit dem fränkischen Biergarten Goldene Gans am Würzburger Mainufer. Auch wenn er noch nicht offiziell eröffnet ist, kann man schon jetzt dort einkehren und das lohnt sich durchaus. Im 2. Jahr existiert dieses Gegenstück zum Alten Kranen auf der gegenüberliegenden Mainseite und leidet nicht wirklich daran, dass es sich dabei wegen der Berge hoch zur Festung sozusagen um die Schattenseite des Frankenstroms handelt. Die Sonnenschirme erfüllen dennoch einen Zweck und die Lage an der Alten Mainbrücke lassen den Biergarten trotzdem zentral liegen.

Mit Blick auf die Alte Mainbrücke hat man einen eher abgelegenen Ort gewählt, der dem ganzen etwas heimeliges bietet. Der Biergarten der goldenen Gans mag kein echter Geheimtipp mehr sein, er hat aber irgendwie noch genau den damit verbundenen Charme bewahrt.

Kein Geheimtipp mit dem Charme eines Geheimtipps

Der gleiche Charme den auch die, wenn auch ein bisschen klischeehaft gekleideten, verpeilten Kellnerinnen verströmen. Denen man gerne ein “Vielleicht habe ich was anderes bestellt, aber eigentlich habe ich das gemeint” entgegnet, wenn auf dem Teller eine andere Bratwurstvariante gebracht wird, als man in der Karte eigentlich gewählt hat. Schlimmer noch, man verzeiht selbst der Küche das das Sauerkraut eigentlich fast schon kalt, das Brot durchschnittlich und die Bratwurst eher fad schmeckt. Darüber kann man sich auch bei einem Bier aus der hauseigenen Brauerei hinweg trösten oder eben bei einem Silvaner.

FACTS: Fränkischer Biergarten Goldene Gans,  Burkarderstr. 2 -4, Würzburg – www.goldene-gans-wuerzburg.de

Restaurantkritik: Blockhaus, Creglingen

Etwas außerhalb von Creglingen ist ein Blockhaus zu finden.

Kann man von einem Blockhaus kulinarische Hochgenüsse erwarten? Die Antwort darauf ist ein deutliches Jein. Man kann es offenbar nicht, wählt man im Blockhaus in Creglingen eines der scheinbar passenderen Gerichte aus der wechselnden, aber nicht besonders umfangreichen Karte. Der Wildschweinbraten, habe ich mir sagen lassen, war nicht besonders und der Zwiebelrostbraten sollte durch sein – doch außer den Knorpeln war es recht blutig.

Wenn man dann noch kurz eine mehr oder weniger schnippische Bedienung aufzählt, hat man die negativen Punkte rund um das Restaurant etwas außerhalb des mittelalterlichen Creglingen schon abgefrühstückt. Kommen wir also zum Positiven, das sich an Ostern in dem kleinen beschaulichen Biergarten abgespielt hat. Schließlich fiel Ostern in diesem Jahr auch auf den Beginn der Spargelsaison und für Spargel sind ja in Franken auch so manche Restaurants berühmt, bei denen man eben keine kulinarischen Hochgenüsse erwartet.

Fleisch eher pfui, Spargel aber so was von hui!

Und der Spargel spielt auch im Blockhaus eine große Rolle, mit einer ganzen Seite werden aber nicht nur die klassischen Spargelgerichte abgedeckt. Ganz unten finden sich auf der Karte auch Spaghetti mit Bärlauch und Spargel und da findet sich auch Rainers Spargelcreation. Und was für einen kleinen kulinarischen Hochgenuss der Inhaber Rainer Mantl-Mussak dort kreiert hat. Die Spargelstangen werden mit Käse versehen und mit Schinken umwickelt, um anschließend frittiert zu werden. Zerteilt in drei gleiche Stücke wird diese grandiose Idee dann um einen großen Salatberg angerichtet, der mit einer herrlichen Marinade mit Balsamico angerichtet wurde und unter dem sich ein würziger Kartoffelsalat als Beilage verbirgt.

Kurzum, zumindest in der Spargelzeit ist das Restaurant Blockhaus alleine schon eine Reise nach Creglingen wert. Das einzige Problem aber bleibt, lohnt es sich auch zu anderen Jahreszeiten? Aber wer weiß, vielleicht hält eine ständig wechselnde Karte ja auch noch andere kleine Hochgenüsse verborgen, die es zu entdecken gilt.

FACTS: “Restaurant Blockhaus” in der Mergentheimer Straße 12, Creglingen - www.restaurantblockhaus.de

Frohe und gesegnete Ostern!

Tizian 050

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen.

Ostern ist halt nicht Weihnachten

Bald ist wieder Ostern - manche werden sich vielleicht noch erinnern.

Der Großteil der Deutschen ist dafür dankbar, dass Jesus für ein langes Wochenende gestorben ist, daran besteht im Augenblick wohl leider kein wirklicher Zweifel, oder? Dieser Tage werden sie wieder veröffentlicht, die Umfragen die nachweisen wollen, das Ostern längst keine christliche Bedeutung mehr für die Gläubigen hat, sondern nur noch dazu dient gleich zwei Arbeitswochen auf vier Tag zu verkürzen.

Da ist es auch nur wenig tröstlich, das der Wunsch von Industrie und Handel Ostern zu einer Art 2. Weihnachten des Konsums zu machen auch nicht so richtig zündet. Dabei gibt sich der Handel reichlich Mühe, denn pünktlich seit Beginn der Fastenzeit sind Schokohasen und Osterschmuck schon zu haben. Als sei die Fastenzeit eine Art Advent, wo man sich ja auch schon mit Plätzchen und Schokolade so vollstopft, dass der Magen darum fleht, dass am 24. Dezember – wenn die Weihnachtszeit eigentlich beginnt – alles vorbei ist. (Ignorieren wir mal die Ironie, das eigentlich auch der Advent eine Fastenzeit sein sollte.)

Die Kirchen sind trotzdem ein bisschen voller als sonst

Man kann groß darüber spekulieren, warum es Ostern anders ergeht, als zum Beispiel Weihnachten. Vielleicht hat sich Weihnachten als Familienfest ja wirklich schon so weit verselbstständigt, dass es deshalb mehr (durchaus auch mit christlichen Traditionen) gefeiert wird. Vielleicht lässt sich die Geburt Christi aber auch wirklich nur leichter verständlich machen, als Tod und Auferstehung.

Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Und ich weiß auch nicht so recht, was man dagegen tun kann. Vielleicht kann es halt doch noch ein bisschen positiv sehen, wie der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, der darauf hinweist das trotzt aller negativer Statistik die Kirchen zu Ostern eben doch ein bisschen voller sind, als sonst. Das ist doch zumindest schon ein bisschen was, oder?