In Hamburg scheint alles ein bisschen größer zu sein, auch die Mikros:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=ZK9vGMtrgmg?rel=0&w=490&h=309]
In Hamburg scheint alles ein bisschen größer zu sein, auch die Mikros:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=ZK9vGMtrgmg?rel=0&w=490&h=309]
“Die Welt wird nicht von außen gerettet. Man muss, wie das menschgewordene Wort Gottes, gewissermaßen mit den Lebensformen derjenigen eins werden, denen man die Botschaft Christi bringen will. Man muss ohne Rücksicht auf Privilegien und ohne die Trennungswand einer unverständlichen Sprache die allgemeine Lebensform der anderen annehmen, wenn sie nur menschenwürdig und lauter ist, vor allem der Kleinsten, wenn man gehört und verstanden werden will.”
aus “Ecclesiam suam” von Paul VI
Der Franke an sich geht ja nicht so gern auf Reisen, sondern bleibt lieber dahemm. Und wenn er mal auf Reisen geht, dann nur ins befreundete Ausland, also ganz bestimmt nicht in den Bayerischen Wald. Wenn es ihn aber dann doch nach unten verschlägt, dann muss er sich sein Stück Heimat suchen. Und wodurch kann der Franke sich ein Stück Heimat selbst im tiefsten Feindesland auf den Tisch holen? Richtig, dank des guten alten Frankenweins. Zum Beispiel mit Hilfe eines Scheurebe aus Franken, der schmeckt selbst dort, wo man im Bayerischen Wald noch Gartenzwerge in die Vorgärten der Ferienpensionen zählt – im guten alten Bodenmais.
Dort finden sich auch die “Wilderer Stuben” und in deren Karte auch der ein oder andere Frankenwein. Dort wuselt die Chefin natürlich noch selbst durch die engen Gänge der Gaststätte, während freundlich Kellner fast wirken, als kämen sie aus einem Wiener Café. Kurzum, der Gast wird dort so betont freundlich umsorgt, das man es fast glauben möchte. Vielleicht stimmt es ja sogar auch.
Die Karte unterscheidet sich nicht groß von anderen ihrer Art, muss sie auch nicht, schließlich kommt es darauf an, wie die angebotenen Gerichte gekocht werden. Und da der Franke an sich auch gerne einmal einen Sauerbraten isst, fiel die Wahl auf den Sauerbraten böhmische Metzgerin – eingeordnet in eine kleine Gruppe böhmischer Spezialitäten. Serviert mit böhmischen Knödeln, die weder zu schwammig noch zu fest waren, landete ein kleiner Hochgenuss auf dem Teller. Die Sauce mit Speck aufbereitet hatte den perfekten Geschmack, der Braten war auf den Punkt zubereitet. Kurzum, sehr zu empfehlen, denn wer hätte gedacht das einer der besten Sauerbraten die ich bis jetzt gegessen habe ausgerechnet auf böhmische Art und Weise zubereitet wurde.
Manchmal, das muss dann halt auch der bodenständige Franke einsehen, lohnt es sich durchaus weit ins Feindesland vorzudringen. Zumindest kulinarisch betrachtet.
FACTS: Apparthotel Wilderer Stuben - Bahnhofstraße 43-45 – 94249 Bodenmais - www.aparthotel-wilderer-stuben.de

Die letzte Ausgabe der neun7.
Vielleicht bekommt die letzte Ausgabe der neun7 ja mal zum Sammlerstück, man sollte sich also einen Stapel sichern – schließlich gibt’s das Wochenmagazin aus dem Hause Main Post ja gratis. Na ja, oder gab es gratis, denn mit der ein oder anderen Krokodilsträne wurde das Heft jetzt eingestellt. Auszeichnungen und Qualität rechnen sich nun mal nicht, wenn nicht genug Werbung dabei rausspringt.
Schad is’ aber scho’, denn die neun7 hatte schon irgendwas. Ich hab sie mir zumindest fast jede Woche gekauft, na ja, als man sie noch kaufen wollte. Denn irgendwann hat man sich entschieden für das Magazin kein Geld mehr zu verlangen sondern hat es kostenlos ausgelegt. Die ersten Ausgaben waren komplett von IKEA gesponsert, dann folgten noch ein paar andere und dann folgte halt niemand mehr. Seit Monaten schon.
Und unsereiner hat sich halt mal eine neun7 mitgenommen, wenn sie am Donnerstagabend noch vor der Tür der Sushibar an der Alten Mainbrücke lag oder ich hab mal in der Redaktion drin geblättert. Oder mit anderen Worten, aus einem regelmäßigen Leser wurde ein ziemlich unregelmäßiger Leser. Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich nach dem Motto lebe “was nichts kostet, kann auch nichts wert sein”. Ich meine, halloooo, ich war mal Student, ich hab gelernt Dinge die billig und kostenlos sind zu schätzen.
Klar, man hätte merken können, dass es Probleme bei der neun7 gibt. Die Versuche sich vom Mutterblatt Main Post puschen zu lassen wurden offensichtlicher und die jungen Damen in der neun7 hatten zunehmend weniger an. Irgendwann waren gar die ersten nackten Titten auf dem Titel. Geholfen hat es nicht. Dabei kam eben nur raus, was immer rauskommt, wenn man ein innovatives Produkt statt mit neuen Innovationen versorgt und doch lieber in die Abwärtsspirale einer pseudo-jugendlichen Niveausenkung schickt.
Und doch hatte die neun7 bis zuletzt immer mal wieder eine interessante Story parat und der Veranstaltungskalender war nicht nur der beste gedruckte seiner Art. Aber das war jetzt einmal und bei der Main Post überlegt man angeblich, mit was man künftig die Zielgruppe unter 35 Jahren ansprechen will. Hoffentlich entwickelt man dann ein langfristigeres Konzept – oder versucht es einfach mal mit einem etwas längeren Atem.

Bild: Benjamin Klack / pixelio.de
Vor ein paar Monaten saß ich mal in einer Art Ernährungskurs und während vor mir die übliche Theorie von “Leute, kauft nur auf dem Wochenmarkt” ausgebreitet wurde, reifte in mir der Entschluss am Abend aus purem Protest mal wieder in einen McDonalds zu gehen. Und genau das habe ich dann auch gemacht und ein McRib-Menü bestellt. Für all jene, die nicht so oft bei McDonalds sind oder aus purer Hochnässigkeit um diese Läden einen großen Bogen machen, eine kleine Erklärung. Ein McRib in seiner Würzsauce gebadeter McRib und dazu Chicken McNuggets in süß-saurer Sauce sind von richtigen Lebensmitteln etwa soweit entfernt wie ein Gummihuhn. Und dennoch werden wahrscheinlich Tausende davon täglich verspeist, wie viel Gummihühner täglich den Weg in menschliche Mägen finden bleibt aber besser unerforscht.
Warum ist das so? Sind unsere kulinarischen Werte so weit gesunken? Essen dort nur Hartz IV-Empfänger und Pseudo-Gettho-Kids? Haben Geschmacksverstärker und Nahrungergänzungsmittel ihren Dienst so gut gemacht, dass nur noch die McRib-Sauce unsere Geschmacksnerven kitzeln können? Oder ist ein Besuch bei McDonalds ab und zu ganz okay und halb so schlimm, wenn man nicht täglich dort vorbeischaut? Ich persönlich beantworte gerne letztere Frage mit “Ja” und auch der Preis ist kein Argument, ich gehe ja auch zum tegut einkaufen, statt zu Aldi.
Also hab ich auch heute mal wieder in einem der Würzburger McDonalds-Restaurants vorbeigeschaut, auch wenn es diesmal kein McRib-Menü war. Statt dessen ging ich auf Zeitreise ins Jahr 1955 um einen – angeblichen – Originalburger aus jener Zeit zu probieren. Der äußere Anblick war vielversprechend, der Burger kommt so nahe wie kein anderes Produkt von McDonalds an jene Burger heran, die man in anderen Restaurants oder American Dinners bekommt. Allerdings kann die Optik täuschen, denn wenn die Burger 1955 so geschmeckt haben, kann ich mir nicht erklären, warum es 2011 noch McDonalds gibt. Die karamelisierten Zwiebel schmecken nicht nach Zwiebeln, die Sauce schmeckt wie alle Saucen bei McDonalds, das Fleisch schmeckt gar nicht und der auf den auf der Packung angepriesene Speck schmeckt nur nach Speck, wenn man ihn sucht und einzeln verspeist. Kurz um, beim nächsten Mal greife ich lieber wieder zum BigMac oder vielleicht auch McRib, mal sehen.
FACTS: McDonalds gibt es einige in Würzburg, meine persönliche Lieblingsfiliale: Markplatz 15, 97070 Würzburg
Ist es eigentlich gut oder schlechte, wenn man auf einem Bücherwühltisch ein Buch aus dem Jahr 1996 findet, das eigentlich noch immer topaktuell ist? Schließlich könnte das auch heißen, dass sich in den letzten 15 Jahren nicht allzu viel geändert haben. In diesem Falle, scheint der Vormarsch der Gefühle noch nicht besonders vorangekommen zu sein.
Mit ihrem Buch “EQ – Gefühle auf dem Vormarsch” versuchen Doris Märtin und Karin Boeck sozusagen einen neuen Quotienten etablieren, der freilich anders als der IQ nicht recht messbar ist. Das hoffe ich zumindest, denn trotzdem enthält das Büchlein natürlich eine Art EQ-Test bei dem ich so schlecht abgeschnitten habe, das mir dringend angeraten wurde das Buch auch ja weiter zu lesen. Was ich dann natürlich auch brav getan habe … ob ich damit meinen EQ inzwischen gesteigert habe, das dürfte allerdings auf einem anderen Blatt stehen.
Märtin und Boeck haben im Grunde vor allem den gesunden Menschenverstand niedergeschrieben, wenn es ums Umgehen miteinander geht oder darauf hinzuweisen das manches was uns auf den Magen schlägt oder zu Herzen geht für eine tiefere Wahrheit in Sachen menschlicher Körper steht. Das macht das Buch aus heutiger Sicht wenig spannend, ob das 1996 anders war, mag ich ehrlich gesagt nicht zu entscheiden.
Freilich würde das Buch dann immer noch gut als Zusammenfassung taugen und im Grunde steht auch nichts falsches drin, manchmal stört allerdings genau das, was populär geschriebene Sachbücher an sich auszeichnen sollten, die persönliche Note – oder besser die persönliche Meinung. Damit ist nicht mal die pauschale Heiligsprechung der TCM in einem Nebensatz gemeint, sondern eher das Kapitel das sich dem Dienstleistungssektor widmet. Da hat man schon ein bisschen das Gefühl, da schreiben zwei shoppingliebende weibliche FDP-Mitglieder. Während sie den Managern in Sachen normale Angestellte raten zur Produktivitätssteigerung auf sie zu zugehen, die Bedürfnisse und Gefühle zu beachten, scheint die Sache bei Verkäuferinnen und Supermarktangestellten ganz anders auszusehen.
FACTS: “EQ – Gefühle auf dem Vormarsch” von Doris Märtin, Karin Boeck – erschienen 1996 bei Heyne – 3. Auflage – ISBN 3-452-11575-9

Ganz ehrlich, in Momenten wie diesen bin ich dankbar fürs Fernsehen zu arbeiten und nicht im Funkhaus gelandet zu sein:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=g5NYkFUo2QY?rel=0&w=425&h=349]