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Frei nach dem alten Descartes: Ich blogge, also bin ich

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Filmkritik: Sherlock Holmes 2 – Spiel im Schatten

Sherlock Holmes 2 – Spiel im Schatten: 2 von 10 möglichen Punkten

Ganz ehrlich, es lohnt sich nicht wirklich in “Sherlock Holmes 2 – Spiel im Schatten” reinzugehen. Der zweite Teil ähnelt dem ersten, nur das Guy Ritchie solche Nebensächlichkeiten wie Handlung, Dramatik und Spannung diesmal nicht verwendet hat. Wenn man bedenkt, was Ritchie eigentlich kann, ist dieser Film fast schon schmerzhaft schlecht gelungen.

Schon im ersten Viertel ahnt der Zuschauer schlimmes, wenn Irene Adler (Rachel McAdams) per Giftanschlag aus der Handlung entfernt wurde – ohne das dabei auch nur das geringste für die Handlung herausspringen würde. Ein in den Kanal geworfenes Taschentuch, mehr Emotionalität traut man diesem Sherlock Holmes (Robert Downey jr.) nicht zu. Das wegfallen der Figur von Irene Adler wirkt doppelt schwach, da der große Bösewicht in diesem Film ein absoluter Totalreinfall ist. Jared Harris als Professor Moriarty ist die Fehlbesetzung des Jahres, er spielt den Bösewicht der Literaturgeschichte mit der Diabolik eines kleinen Schulmädchens. Hätte man dem großen Stephen Fry, der sich herabließ hier mitzuspielen, den Professor spielen lassen, es wäre die weit bessere Wahl gewesen.

Und damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt, denn der Rest der Schauspielerrieg wollte oder durfte nicht richtig mitspielen. Jude Law wollte es wohl nicht, gelangweilt spiel er als Watson den Stichwortgeber. Noomi Rapace durfte nicht, zu sehr war Guy Ritchie darum bemüht einen echten Männerfilm zu produzieren, in dem auch möglichst keine Frau irgendeine Rolle spielen durfte.

Handlung, wie gesagt, existiert nicht. Nur notdürftig werden kleine Verbindungen zwischen den Actionszenen gezimmert, damit es am Ende zu einem wenig spektakulären Finale kommt und einem noch viel vorhersagbareren Gag zum Ende. Um Logik kümmert man sich wenig, was noch verschmerzbar wäre, würde man nicht das Gefühl entwickeln, das Drehbuch hätte an der Unlogik Spaß entwickelt. Und das Schlimmste von allen dürfte sein, dass der Film so erfolgreich wird, dass an einem 3. Teil kein großer Zweifel besteht.

FACTS: Sherlock Holmes 2 – Spiel im Schatten – Regie: Guy Ritchie – Darsteller: Robert Downey Jr., Jude Law, Stephen Fry, Jared Harris, Noomi Rapace

Filmkritik: Der Gott des Gemetzels

Der Gott des Gemetzels: 8 von 10 Punkten

Also eigentlich bin ich nicht unbedingt ein Fan von Filmen, bei denen man offensichtlich alles auf Nummer sicher machen wollte. Und bei “Der Gott des Gemetzels” hat Roman Polanski zweifellos nichts anderes getan: Er hat sich mit dem Kammerspiel von  Yasmina Reza ein Stück zur Verfilmung ausgewählt, das man nur schwer vermasseln kann und hat für seine vier Darsteller aufgefahren, was aufzufahren war. Was dabei herausgekommen ist, kann ich getrost als einen meiner persönlichen Filme des Jahres bezeichnen. Was nicht so alles rauskommen kann, wenn sich zwei Elternpaare treffen, weil ihre beiden Jungs sich ein bisschen gerauft haben.

Das Ende der Geschichte mag zwar abzusehen sein, selbst wenn man das Originalstück nicht kennt und auch keinen Trailer gesehen hat, aber der Weg dorthin sind fast 80 Minuten hervorragend gelungene Unterhaltung auf hohem Niveau. Als cineastisch umgesetztes Kammerspiel verdankt der Film es natürlich seinen Schauspielern, die allesamt großartig sind. In der Zeit sprach Peter Kümmel gar von einem “Turnier der Großmeister”.

Am schwächsten mag noch John C. Reily sein, der einen zu Geld gekommenen Eisenwarenhändler spielt, der zwar in Luxus schwelgt, aber eigentlich statt seines 18-jährigen Single Malt doch lieber ein Bier mit seinen Kumpels in der Kneipe um die Ecke trinken möchte. Gewohnt stark dagegen Jodie Foster als dessen Frau in der Paraderolle eines Gutmenschen, dessen Fassade allzu leicht bröckeln mag. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein derart perfektes Mienenspiel in einem Film gesehen habe. Die weibliche Gegenseite wird von Kate Winslet verkörpert, deren Präsenz bis in die letzte Ecke des Kinosaales spürbar ist. Aber einer übertrifft sie alle, wenn “Der Gott des Gemetzels” tatsächlich ein Turnier der Großmeister ist, dann steht der unangefochtene Sieger von der ersten Minute an fest. Es braucht nur ein Grinsen und jeder weiß, der beste von allen heißt Christoph Waltz. Als überheblicher Anwalt, der durch ständiges telefonieren noch zusätzlich klar macht, wie unwichtig er dies Spiel klassifiziert, spielt Waltz eine Figur die – wenn auch nicht gerade auf sehr nette Art und Weise – förmlich über den Dingen schwebt und nur einmal kurz herunterkommt, um sich dann aber gleich wieder zu fangen. Allein er macht diesen Film absolut sehenswert.

Natürlich ist “Der Gott des Gemetzels” letztlich auch ein Hinweis darauf, wie dünn doch manchmal die Schicht von Kultur, Zivilisation und Bürgerlichkeit sein kann. Und wie wenig es braucht, um diese Schicht zu zerbrechen – auch wenn in diesem Fall der Kitt doch weitgehend hält und die Akteure am Ende geschockt von dem was getan oder noch getan werden könnte zurückbleiben. Insofern kann man aber auch eine andere Moral aus der Geschichte ziehen, nämlich die Feststellung wie gut es doch ist, das wir Kultur, Zivilisation und Bürgerlichkeit haben, weil wir sonst alle aufeinander einprügeln würden. Und damit meine ich richtig einprügeln und nicht die kleiner Prügelei unter Jungs, die Anlass zu jenem Schauspiel wurde.

FACTS: “Der Gott des Gemetzels” (Fr, D, Pl 2011) – Regie: Roman Polanski – Darsteller: Kate Winslet, Jodie Foster, John C. Reily, Christoph Waltz

Frohe Weihnachten!

Was bleibt mir in diesen Tagen anderes, als allen Freunden, Lesern und auch allen Fremden, Feinden und Nicht-Lesern “Frohe und besinnliche Weihnachten!” zu wünschen?

Mehrerau Collegiumskapelle Fenster R03b Geburt Christi

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und also bald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Manschen ein Wohlgefallen!

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund getan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Und hier noch einmal die Kurzfassung:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=DKk9rv2hUfA?rel=0&w=480&h=360]

Hallo Welt!

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Restaurantkritik: Bratwurst Röslein, Nürnberg

Bild: Benjamin Klack / pixelio.de

Bild: Benjamin Klack / pixelio.de

Eigentlich habe ich es mir ja angewöhnt, wenn ich irgendwo zum ersten Mal bin, achte ich auf der Speisekarte immer auf so etwas wie die Spezialität des Hauses. Irgendein Gericht, das zum Beispiel auch den Namen des Restaurants oder Gasthauses im Namen trägt. Bei Bratwurst Röslein, gleich am Christkindlmarkt in Nürnberg gelegen, wäre das eigentlich kein größeres Problem gewesen. Weil man sich dort aber eben auch etwas auf die fränkische Küche einbildet, habe ich mich dann statt für eine Bratwurst für einen fränkischen Sauerbraten entschieden.

Als ausgewiesener Experte in Sachen Sauerbraten ist das natürlich eine harte Nuss gewesen, und um es vorwegzunehmen, die Küche von Bratwurst Röslein konnte diese Nuss nicht wirklich knacken. Auf einer Notenskala von 1 bis 6 hätte das ganze ein klares “Befriedigend” bekommen – allerdings eher mit einem Minus hintendran, als mit einem Plus.  Fast könnte man meinen die flotte Zubereitung ginge auf Kosten des typischen Geschmacks eines Sauerbratens, oder vielleicht will man den Touristen, wohl das Hauptpublikum, auch nicht die typische Geschmacksnote präsentieren, weil sie zu ungewohnt sein könnte. Na ja, das konnte auch ein gut zusammengestellter Salat und ein Silvaner nicht mehr wirklich herausreißen.

Aber es gibt natürlich auch klare Pluspunkte für Bratwurst Röslein, die schnelle und freundliche Bedienung zum Beispiel. In manch anderem Gastraum, fast schon eine Gasthalle, dieser Größe wohl keine Selbstverständlichkeit, hier eben schon.  Und obwohl man das Röslein zweifelsohne schon aufgrund der Lage als Touristenschuppen bezeichnen möchte, gelingt es den Machern dennoch, diesen Eindruck erfrischend zu verschleiern.

FACTS: Bratwurst Röslein, Rathausplatz 6 in Nürnberg – oder im Internet unter: www.bratwurst-roeslein.de

Gedanken zum 4. Advent

... und trotzdem noch eine Woche.

“Ave, Maria!”, so lautet die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitschrift “Christ in der Gegenwart”.

Ein sehr schöner und wichtiger Beitrag, der mich dazu inspiriert hat beim meinen “Gedanken” zum heutigen 4. Advent sozusagen schamlos auf Copy & Paste zu setzen:

Maria durch ´nen Dornwald ging.
Kyrieleison.
Maria durch ´nen Dornwald ging,
Der hat sieben Jahre kein Laub getragen!
Jesus und Maria!

Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrieleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
Das trug Maria unter ihrem Herzen!
Jesus und Maria!

Da hab’n die Dornen Rosen getragen,
Kyrieleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen!
Da haben die Dornen Rosen getragen!
Jesus und Maria!

Wie soll dem Kind sein Name sein?
Kyrieleison.
Der Name, der soll Christus sein,
Das war vom Anfang der Name sein !
Jesus und Maria!

Wer soll dem Kind sein Täufer sein?
Kyrieleison.
Das soll der Sanct Johannis sein,
Der soll dem Kind sein Täufer sein !
Jesus und Maria!

Was kriegt das Kind zum Pathengeld?
Kyrieleison.
Den Himmel und die ganze Welt,
Die kriegt das Kind zum Pathengeld.
Jesus und Maria!

Wer hat erlös’t die Welt allein?
Kyrieleison.
Das hat gethan das Christkindlein,
Das hat erlös’t die Welt allein! -
Jesus und Maria!