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Frei nach dem alten Descartes: Ich blogge, also bin ich

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The Address to the Haggis

Die alten schottischen Götter mögen mir verzeihen, aber mein erstes Haggis habe ich mit einem irischen Whiskey verfeinert. Lecker war es trotzdem.

The Address to the Haggis

Fair fa’ your honest, sonsie face,
Great Chieftain o’ the Puddin-race!
Aboon them a’ ye tak your place,
Painch, tripe, or thaim:
Weel are ye wordy of a grace
As lang’s my arm.

The groaning trencher there ye fill,
Your hurdies like a distant hill,
our pin wad help to mend a mill
In time o’ need,
While thro’ your pores the dews distil
Like amber bead.

His knife see Rustic-labour dight,
An’ cut you up wi’ ready slight,
Trenching your gushing entrails bright
Like onie ditch;
And then, O what a glorious sight,
Warm-reekin’, rich!

Then, horn for horn they stretch an’ strive,
Deil tak the hindmost, on they drive,
Till a’ their weel-swalled kytes belyve
Are bent like drums;
Then auld Guidman, maist like to rive,
Bethankit hums.

Is there that owre his French ragout
Or olio that wad staw a sow,
Or fricassee wad mak her spew
Wi’ perfect sconner,
Looks down wi’ sneering, scornfu’ view
On sic a dinner?

Poor devil! See him owre his trash,
As feckless as a withered rash,
His spindle shank a guid whip-lash,
His nieve a nit;
Thro’ bluidy flood or field to dash,
O how unfit!

But mark the Rustic, haggis-fed,
The trembling earth resounds his tread,
Clap in his walie nieve a blade,
He’ll mak it whissle;
An’ legs, an’ arms, an’ heads will sned,
Like taps o’ thrissle.

Ye Powers wha mak mankind your care,
And dish them out their bill o’ fare,
Auld Scotland wants nae skinking ware
That jaups in luggies;
But, if ye wish her gratefu’ prayer,
Gie her a Haggis!

von Robert Burns

Filmkritik: Whiteout

Bewertung: 6 von 10 Punkten

So kurz bevor Underworld: Awakening endlich in die deutschen Kinos kommt, muss ich mich natürlich ein bisschen an Kate Beckinsale warm sehen. Und warum nicht, mit einem besonders kalten Film: Whiteout

Der auf einer Comicvorlage basierende Thriller spielt in der Antarktis, also in einer ziemlich kalten Umgebung. Im Mittelpunkt steht US-Marshall Carrie Stetko (Kate Beckinsale), die am Südpol sowas wie Recht und Ordnung aufrecht erhält – freilich gibt es außer ein paar Diebstählen oder Trunkenheitsdelikten nicht allzu viel zu tun. Bis dann doch endlich der erste Mord am Südpol passiert. Zu einem ziemlich blöden Zeitpunkt, denn kurz vor dem Wintereinbruch steht das Flugzeug für den letzten Start in den nächsten sechs Monaten praktisch schon auf dem Flugfeld – und Carrie Stetko hat ihr Ticket schon in der Tasche.

Und bei einer Leiche bleibt es nicht, schnell sind sämtliche Wissenschaftler einer abgelegenen Station ermordet. Wieso und warum? Ein in dein 1950er Jahren abgestürztes sowjetisches Transportflugzeug scheint der Grund zu sein, doch anders als der Zuschauer vermuten wird, hatte es weder Waffen noch Aliens geladen – aber die Fracht weckt durchaus auch über ein halbes Jahrhundert später so manche Begehrlichkeit.

Kein besonders anspruchsvoller Film, zugegeben, aber ein in weiten Teilen halbwegs ordentlich zusammengedrehter Thriller. Handwerklich gut gemacht und halbwegs realistisch war der Film an der Kinokasse aber ein großer Flop. Die Handlung hat Schwächen, aber die Anzahl der komplett unlogischen Stellen hält sich (fast schon erstaunlich) in Grenzen. Zwar ist relativ klar, wer am Ende hinter der ersten antarktischen Mordserie steckt, das eisig kalte Finale kann sich aber durchaus sehen lassen.

FACTS: Whiteout (USA, Kanada 2009) – Regie: Dominic Sena – Darsteller: Kate Beckinsale, Gabriel Macht, Tom Skeritt, Columbus Short

Marina Weisband – Ein beeindruckender Rückzug

“Die Piratin geht von Bord”, titelt die Welt kompakt heute etwas melodramatisch, um im Interview Marina Weisband dann doch die Möglichkeit zu geben, die Headline zu widerlegen. Schließlich verlässt sie nicht die Piratenpartei, sondern will nur nicht wieder als Geschäftsführerin antreten. Nimmt man aber das Echo wahr, das diese Ankündigung ausgelöst hat, könnte man fast glauben, dass zumindest die große Lotsin der Piratenpartei von Bord geht. Neben dem großen Echo im Web, ist aber auch die Aufregung bei den klassischen Medien groß. Was verständlich ist, denn Marina Weisband ist als Aushängeschild der Piratenpartei – jung, hübsch, klug – derart perfekt, dass sie dereinst in so manches Lehrbuch in Journalistenschulen eingehen wird. Davon haben freilich beide profitiert, die Medien und die Piraten – das auch Marina Weisband selbst davon profitiert hat, möchte ich jetzt nicht ausschließen, sicher bin ich mir da aber nicht.

Bpk2011-11

Das sie jetzt kürzer treten will, weil sie das Amt “ausgelaugt” hat, spricht wohl eher dagegen. Aber das sie kürzer treten will und sich auch auf das Abschließen ihres Studiums konzentrieren will, spricht nicht nur für Marina Weisband selbst, es legt auch nahe, dass bei manchen Punkten die Politiker der Piraten Anspruch und Wirklichkeit durchaus unter einen Hut bringen können. Zum Beispiel in einem völlig anderen Politikverständnis, das dem Typus des Berufspolitikers in unserer Parteiendemokratie nicht mehr entspricht. Die Eigenschaft kürzer treten zu können, ohne Druck von außen, einfach nur aus eigener Erkenntnis, dürfte unter den deutschen Politikern selten vertreten sein. Auch nicht bei der jungen Garde der Nachwuchspolitiker von CDU, SPD, Grünen usw. usf. Das es auch anders geht, hat irgendwie etwas beruhigendes, oder? Das Motto dieses neuen Politikertypus könnte lauten: Ich gehe in die Politik, um etwas zu verändern, nicht, um mich verändern zu lassen. 

“Das ist kein Ausstieg. Im Gegenteil. Ich glaube, dass ich danach politisch noch mehr arbeiten kann und beitragen kann als jetzt, weil dieses Vorstandsamt in der basisdemokratischen Piratenpartei allein ein Verwaltungsamt ist.”, Marina Weisband (Quelle: welt.de)

Die mediale Reaktion zeigt aber noch etwas zweites, was durch die Piraten neu in die Politik zu kommen scheint – etwas, was zuvor nur bei den frühen Grünen vorhanden war, aber durch ein sinnfreies Ämter- und Mandats-Wechsle-Dich-Spielchen absurd geworden war: Die nicht vorhandene Bedeutung politischer Parteiämter.

Basisarbeit in der Fußgängerzone ist medial nicht interessant

Viel der medialen Aufregung um Marina Weisbands Ankündigung nicht mehr als für ein Parteiamt kandidieren zu wollen, liegt an den komplett unterschiedlichen Sichtweisen der beiden. Für Marina Weisband ist das Amt der Bundesgeschäftsführerin ein organisatorisches, kein politisches. Wenn sie als demnächst das Amt nicht mehr Inne hat, muss sich einfach nur nichts mehr organisieren. Für die Medien ist das Parteiamt aber in erster Linie etwas politisches, ein Gesicht, in dessen Bildunterschrift oder Bauchbinde man “Bundesgeschäftsführerin” eintragen kann. Am engagierten Politiker an sich, hat man wenig Interesse – davon gibt es einfach zu viele und ihnen zuzusehen, wie sie an Ständen in der Fußgängerzone Basisarbeit leisten ist kaum medial vermarktbar.

Geht es um die Piraten, ist schnell das Klischee von der Internetpartei zur Hand. Das Klischee lässt sich aber auch gegen die Medien wenden, die es noch gerne verbreiten. Im Umgang mit der Ankündigung von Marina Weisband kürzer zu treten, scheinen sich manche ebenso schwer zu tun, wie mit dem Internet. Man versteht es eigentlich nicht, aber man weiß, irgendwie muss man was damit zu tun haben.

Jetzt wieder mit WordPress

Ich habe ja ein bisschen gezögert und eigentlich wollte ich schon Anfang des Jahres mein Blog wieder auf einer eigenen Installation von WordPress laufen lassen. Aber wie das mit den lange vor sich hin geschobenen Dingen so ist, plötzlich entscheidet man sich ganz spontan dazu, die Dinge doch anzugehen. Und unter uns, ich hab so das Gefühl, dass 2012 mal ein gutes Jahr wird … also warum nicht auch einen Neustart in Sachen Bloggen unternehmen?

Filmkritik: Die Muppets

Die Muppets: Bewertung: 8 von 10 Punkten

“Die Muppets” ist ein Film wie aus einer anderen Zeit, aus einer Zeit, die so vergangen scheint, dass der Film schon damit wirbt nicht in 3D gedreht zu sein. Ein altmodischer Film, sogar noch altmodischer als die letzten Muppets-Filme im Kino – die wenig mit der Kindheitserinnerung der Muppet Show zu tun hatte, als damit noch mal ein bisschen Geld zu verdienen.

In gewisser Weise war das Verrat an den Muppets, die doch immer auch für eines standen: Anarchie Das humorvolle anarchische Konzept gehört sozusagen zum generationsübergreifenden Konzept der Muppet Show. Es sorgte zusammen mit den Starauftritten dafür, das erwachsene Publikum zu fesseln – die Kinder waren es ohnehin schon. Heute sind die Kinder von damals erwachsen geworden, während ihre eigenen Kinder mit den Muppets kaum noch was anfangen können. Kermit der Frosch ist Bestandteil der Popkultur geworden, in den Kinderzimmern von heute ist er aber nur noch dann vertreten, wenn sich die Eltern einmischen. Und dennoch, für den Kinofilm “Die Muppets” greift dieses Konzept auch heute noch. Und so ist auch dieser Film beste Unterhaltung für Jung und Alt.

Das liegt auch daran, dass sich der Film nicht ganz ernst nimmt. Weiter noch, er nimmt sich – ganz der alten Tradition verpflichtet – gerne auch selbst auf den Arm. Da werden Reisen, um die in aller Welt zerstreuten Muppets einzusammeln, zum Beispiel verkürzt, in dem Indiana Jones-mäßig eine Reise per Karte eingeblendet wird. Und schon ist man in Paris, wo Miss Piggy inzwischen die Vouge leitet – eine Anspielung auf “Der Teufel trägt Prada”, für die auch Emily Blunt noch einmal in ihre alte Rolle zurückschlüpft. Wie überhaupt der ein oder andere Starauftritt zu sehen ist, eben auch so wie in der guten alten Zeit.

Doch die guten alten Zeiten scheinen vorbei zu sein und ein Konzept wie die Muppets scheint nur noch in Kinofilmen zu funktionieren. Ob die Muppet Show in der heutigen Fernsehwelt noch bestehen könnte ist mehr als fraglich. Zu sehr ist sie wie aus einer anderen Zeit, als Unterhaltung noch einfach Unterhaltung war und kein ständiger Wettlauf mit sich selbst – nach der nächsten Steigerung, nach dem nächsten Kick. Für so etwas war Kermit der Frosch schon immer zu sehr ein Frosch der alten Schule, zu seriös und zu ernsthaft seinem Job verpflichtet: Den Menschen ein paar Augenblicke in eine andere Welt zu entführen.

FACTS: Die Muppets – USA 2011 – Regie: James Bobin – Darsteller: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, Jack Black, Emily Blunt, Selena Gomez