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Frei nach dem alten Descartes: Ich blogge, also bin ich

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Filmkritik: Die Abenteuer von Tim und Struppi

Die Abenteuer von Tim und Struppi

Ich hab schon damals im Kino hin und her überlegt, ob ich mir “Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn” ansehen soll – und mich dann doch dagegen zu entscheiden. Nicht weil der rasende Reporter Tim und sein Begleiter auf vier Pfoten, Struppi, zu den Helden meiner Kindheit gehören und ich nicht in Gefahr geraten wollte, diese schlecht umgesetzt zu sehen, sondern weil ich mir nach wie vor den Luxus erlaube Cineast zu sein und deshalb um 3D einen weiten Bogen zu machen.

Die Sorgen von Generationen von Hergé-Fans, die mit Tim und Struppi erwachsen geworden sind, scheint man im Hause Spielberg aber ohnehin ziemlich ernst genommen zu haben. Schon das Intro ist eine Verbeugung an die gute alte Zeit von Filmen wie mein persönlicher Favorit “Tim und Struppi und der Haifischsee” stimmt man die Fans gnädig. Ziemlich erfolgreich, zumindest bei mir hat es ziemlich gut funktioniert.

Nactürlich könnte man aber auch schreiben, die Macher haben alles auch ein bisschen zu sehr darauf getrimmt, es allen recht zu machen. Neuen wie alten Fans, aber im Grunde gibt es überhaupt wenig zu bemängeln an “Die Abenteuer von Tim und Struppi”. Die Handlung ist spannend, die Hommage an das Werk von Hergé charmant und die technische Umsetzung genau richtig.

Freilich ist das auch das große Problem an einem Animationsfilm dieser Art. Vor einigen Jahren, als Mr. Bean als Zeichentrickserie ins Fernsehen kam, formulierte ein Kritiker, ich glaube in der Süddeutschen Zeitung, ein Kernproblem, das auch auf diesen Kinofilm zutrifft. Der Zuschauer ist nicht mehr überraschbar, was im Echtfilm sensationell wirkt, völlig unerwartet, wirkt in einem Animationsstreifen eben nicht einmal mehr so halb spektakulär. Nehmen wir zum Beispiel die Verfolgungsjagd gegen Ende des Films, als Tim mit einem verbliebenen Rad eines Motorrades am Lenker hängend ein Seil hinunterrasst.

Aber insgesamt stört das nicht wirklich. Für mich ist die neueste Verfilmung der Geschichten rund um Tim und Struppi eine der gelungensten, wobei ich einschränkend sagen muss, gelungen finde ich sie eigentlich fast alle.

FACTS: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (USA, NZ 2011) – Regie: Steven Spielberg

Filmkritik: Mary und Max

Filmkritik: Mary und Max

Es gibt Filme, die man lange schon mal sehen wollte und dann sieht man sie – und ist enttäuscht. Und es gibt Filme, die man lange schon mal sehen wollte und dann sieht man sie – und sie sind noch viel besser, als man es erwartet hat.

Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? ist ein Film der zweiten Kategorie, denn der Knetanimationsfilm aus Australien ist ein wundervolles Kleinod, wie es einem Cineasten viel zu selten begegnet. Die Geschichte einer Freundschaft zweier einsamen Menschen, mal komisch, mal tragisch – nie aber lächerlich oder melodramatisch.

In Australien lebt die kleine Mary einsam, der Vater interessiert sich nur für ausgestopfte Vögel, die Mutter eine trinkende Kleptomanin, die wissen will, wie in Amerika die Kinder geboren werden. Also wählt sie sich einen Namen aus einem New Yorker Telefonbuch und schreibt Max Horowitz, einem einsamen Mann, der noch nicht weiß, dass die Welt ihm deshalb so fremd ist, weil er Autist ist und das Asperger Syndrom hat. Und obwohl der Brief, wie alle nachfolgenden auch, bei Max eine Panikattacke auslöst, antwortet er ihr und so beginnt eine Jahrelange Brieffreundschaft und beide begleiteten sich durch ein Leben, das mehr Tiefen als Höhen für sie bereithält.

Was Regisseur Adam Elliot aus dieser Grundstory macht, ist eine wundervolle Geschichte die zwischen herzzerreißend und herzerwärmend hin und her pendelt, ohne dabei je in die Gefahr abzugleiten zu kitischig zu sein. Max und Mary sind ein ungleiches Paar der Filmgeschichte, das einen manchmal laut lachen lassen möchte, manchmal weinen und am Ende konsequent mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Die Geschichte zweier Menschen, die es im Leben nicht besonderes leicht haben – die aber sich haben, um die Klippen und Tiefen des Schicksals zu überwinden und trotz allem weiter zu leben.

“Mary & Max” ist ein Film über den Wert und die Wichtigkeit von Freundschaft, vielleicht der Beste, den ich darüber seit langer Zeit gesehen habe. Tiefberührend und absolut sehenswert. So das das einzige, was man wirklich kritisch anmerken könnte, tatsächlich die deutsche Altersfreigabe ab 6 Jahren überrascht – den wie gesagt, der Film mag für Jung und Alt sein, aber bei kleinen Kindern sollte im Anschluss zumindest ein Erwachsener bereit sein, um zu reden.

FACTS: Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? (Australien 2009) – Regie: Adam Elliot

PS: Auf der Facebook-Seite von matterne.eu findet sich übrigens der Trailer zum Film, einfach reinklicken.