
Restaurantkritik: An-Dat
Neulich saß ich wieder einmal in einem der inzwischen ja recht zahlreichen asiatischen Restaurants und dachte mir beim lesen der Speisekarte den üblichen Gedanken. Warum gibt es eigentlich asiatische Restaurants? Die machen doch gar keinen Sinn, weil es die asiatische Küche gar nicht gibt. Und gibt es zumindest europäische Restaurants in Japan oder China?
Das ist doch irgendwie, als bekäme man beim Italiener zur Vorspeise Zaziki gereicht, oder? Man hat das Gefühl so manchem Restaurantgründer aus Asien fehlt der Mut sich ganz auf die eigene Küche zu konzentrieren und nimmt stattdessen alle Gerichte auf, die für den Deutschen eben einen asiatischen Touch haben.
So ist auch das An-Dat in der Würzburger Dompassage kein vietnamnesisches Restaurant, wie der Name nahe legen würde, sondern hat seine Karte mit einem asiatischen Allerlei angefüllt. Das Laufband der Sushibar rundet diesen Eindruck dann wie im sprichwörtlichen Sinn ab. Etwas typisch vietnamnesisches jedoch fällt dem Gast nicht wirklich ins Auge.
Was schade ist, denn man möchte es schon mal probieren, vor allem weil das Essen dort gar nicht mal so schlecht ist. Die Pekingsuppe hatte zwar auf den ersten Blick ein bisschen eine übertriebene Note des typisch süß-saueren, widerlegte das aber mit jedem weiteren Löffel. Die danach kommende Ente war knusprig und auf einem Sprosenbett platziert und mit einer – zumindest gut ausgesuchten – Erdnusssauce durchaus lecker. Doch das Erdnusssaucen-Problem ist wieder eine ganz andere Geschichte, die wahrscheinlich mit der ersteren zusammenhängt.
FACTS: An-Dat – Sushi Bar – Beim Grafeneckart 15, 97070 Würzburg



