Im ersten Augenblick habe ich mich beim Aufblättern von Grimm Fairy Tales – Mythen & Legenden (1) ja gefragt, ob meine Sehfähigkeit langsam nachlässt. War die Schrift in Comics immer so klein? Habe ich in letzter Zeit nur Comics für alte Menschen in Großschrift gelesen? Wahrscheinlich nicht.

Rotkäppchen ist in “Grimm Fairy Tales – Mythen & Legenden” gewohnt sexy unterwegs.
Doch auch nachdem ich mich an die zu kleine Schriftgröße gewöhnt hatte, weckte der Comiv con Gregory, Miller und Embury nicht gerade Begeisterung. Märchen auf moderne Art zu erzählen ist ja nicht nur gerade dank TV-Serien wie Once upon a time in Mode, leider geht man dabei nicht immer allzu kreativ vor.
Und so ist auch die Rotkäppchen-Variation im 1. Band von Grimm Fairy Tales – Mythen & Legenden nicht besonders gelungen. Es ist das alte Spielchen von auf sexy gemachter Heldin, die es mit einer Art Werwolf zu tun bekommt. Auch die Tatsache, dass dieses Rotkäppchen mit den Wölfen im Bunde ist, ist eben nicht neu.
Selbst die Rahmenhandlung kommt einem irgendwie bekannt vor. Geht es doch um eine Gruppe von Ärzten und Patienten, die in einer Klinik eingeschlossen sind, während sich das Monster munter auf dem Weg zur Heldin durchmetzelt.
Alles schon mal da gewesen, dürfte es wohl am Besten treffen. Was an sich ja auch noch verschmerzbar wäre, hätten die Macher dieses Comics das Altbewährte wenigstens gut umgesetzt. Stattdessen ist nicht mal die Sexiness wirklich gelungen, sondern wirkt mehr als gezwungen. Was für einen Comic dieser Kategorie natürlich beinahe schon einem Armutszeugnis gleich kommt.
So muss man insgesamt eben sagen, der furiose Auftakt zu einer neuen Serie sieht etwas anders aus. Dabei hätte ich am Anfang eigentlich vermutet, dass sich hier die Geschichte der Wonderland-Serie von Neuem abspielen würde. Guter Auftakt, gute Ideen, aber mit unzähligen Bänden am Ende eben doch tot getreten.

