Ein wesentliches Merkmal von Filmfestivals sind ja die Untertitel. Vor ein paar Jahren habe ich mal einen koreanischen Film mit englischen Untertiteln gesehen, obwohl eine deutsche Synchronfassung bereits existierte. Aber für ein Filmfestival wäre das natürlich nichts. Allerdings hat es das Filmwochenende in Würzburg heute meiner Meinung nach etwas übertrieben. Gut, Österreichisch versteht jetzt vielleicht wirklich nicht jeder, aber den Film mit englischen Untertiteln zu versehen? Ich weiß nicht …

Das 39. Internationale Filmwochenende vom 14. bis 17. März 2013 in Würzburg.
So, genug der Vorrede, diesmal gibt es wieder Kurzkritiken, statt nur den Trailern. Gesehen habe ich heute einen sehr guten Film und einen weniger guten Film.
Die Kurzkritiken des Tages:
Berberian Sound Studio – Großbritannien 2012 – Regie: Peter Strickland – Darsteller: Toby Jones, Cosimo Fusco, Chiara D’Anna
Ein Engländer in Italien ist ja schon ein Fremdkörper an sich, aber ein englischer Tontechniker, der in den 1970ern einen Horrorfilm vertonen soll, obwohl er sich bisher nur an Naturdokus versucht hat, ist noch einmal eine ganz andere Nummer.
Ein ebensolcher Tontechniker steht im Mittelpunkt von Peter Stricklands Film Berberian Sound Studio, einer Verbeugung vor dem Horrorfilm der 70er aus Italien – der Hochzeit des Giallofilms. Wie es Verbeugungen heute so an sich haben, hat auch Strickland eine Satire vorgelegt – die freilich nicht immer als solche zu erkennen ist. Das Hauptproblem des Films liegt aber daran, dass er sich letztlich nur an eine kleine Gruppe von Filmfans richtet: Den Fans von Giallofilmen aus Italien. Die sind zwar zahlreicher als gedacht, aber im Wesentlichen eben auch die einzigen, die den Film zu schätzen wissen.
Für die restlichen Zuschauer dürfte am Ende das ein oder andere Fragezeichen stehen und so manche Augenbraue ist dann nach oben gewandert. Die allgemein verständlichen Gags sind zwar da, gleichen aber die Unwissenheit nicht aus.
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Grenzgänger – Österreich 2012 – Regie: Florian Flicker – Darsteller: Andreas Lust, Stefan Pohl, Andrea Wenzl
Auf den ersten Blick gibt es wohl bessere Orte für ein klassisches Kammerspiel, als eine weite Auenlandschaft an der österreichisch-slowakischen Grenze. Doch Florian Flickers Film Grenzgänger ist eines der besten Kammerspiele auf der Leinwand, das ich je gesehen habe.
Erzählt wird die Dreiecksbeziehung zwischen einem Schmuggler, seiner Frau und einem Soldaten, der ihnen das Handwerk legen soll. Eine Geschichte mit vielen Fragezeichen, denn bis zum Ende ist kaum zu erkennen wer spielt und wer echte Gefühle hat. Und noch weniger ist auszumachen, wer dieses letztlich schmutzige Spiel gewinnt.
Getragen von drei hervorragenden Hauptdarstellern ist Grenzgänger einer jener ruhigen und unaufgeregten Filme, die ohne Special Effects oder Gewalt den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde fesseln. Ein Muss also für jeden Filmliebhaber.
