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Frei nach dem alten Descartes: Ich blogge, also bin ich

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Bubble and Squeak

Ach ja, die englische Küche – ich hab manchmal eine Schwäche für sie. Gerade bin ich dabei das neue Kochbuch von Jamie Oliver zu studieren. „Zu Gast bei Jamie – Die besten Rezepte aus dem Königreich“ – und damit ist natürlich Großbritannien gemeint. Eines der ersten Rezepte, die ich ausprobiert habe, war jenes für Bubble & Squeak.

Bubble & Squeak - besonders lecker mit ganz viel Röstaromen

Ziemlich simpel das ganze, wenn auch etwas aufwändiger als das gute alte Rührei. Zuerst schält und schneidet man Kartoffeln, Möhren und anderes Gemüse klein und kocht es seine 10 Minuten in Salzwasser. In der Zwischenzeit kann man Kräuter, Tomaten usw. klein schneiden. Ich persönlich habe auch noch ein bisschen Chili rein getan. Das Alles wird dann in einer Pfanne, in der ein gutes Stückchen Butter geschmolzen ist, vermischt und richtig gut zerstampft. Nach ein paar Minuten dreht man das ganze um, damit es auf beiden Seiten schön braun wird.

FACTS: „Zu Gast bei Jamie – Die besten Rezepte aus dem Königreich“ von Jamie Oliver – 1. Auflage, erschienen 2011 bei Dorling Kindersley Verlag – ISBN 978-3-8310-2035-5

Mehr als nur Suppe

Ganz ehrlich, wenn es früher bei Mama zuhause Suppe zum Abendessen gab, da war das schon irgendwie immer eine kleine Enttäuschung. Nicht das die Suppen schlecht geschmeckt hätten, aber irgendwie ist so ein Suppe doch – na ja, eigentlich nur eine Vorspeise, oder?

Suppe oder doch eine Brotmahlzeit: Sopa de Ajo

Dementsprechend gering ist die Anzahl der Suppenrezepte in meinem privaten Kochbuch, seit heute Abend allerdings hat das erste dort seinen Platz gefunden. Selbst gefunden habe ich es in der Januar/Februar-Ausgabe von “jamie – Mehr Leben in der Küche”. Ja, ich stehe nach wie vor dazu, Anthony Bourdain ist der Größte von allen, aber auch Jamie Oliver hat mal gute Einfälle. Z.B. das simple Rezept für Sopa de Ajo abzudrucken.

Im Prinzip muss man nicht mehr tun als Knoblauch anbraten, dann ein paar Scheiben mit Paprika gewürzten Brot das gleiche tun – Paprika war bei mir aus, aber ein gutes Thai Curry tat Wunder.  Alles was dann noch fehlt ist heißes Wasser, Salz und Pfeffer und nachdem es ein bisschen geköchelt ist kommt noch ein Ei dazu – alles für zehn Minuten in den Backofen und man hat eine billige Suppe, die garantiert satt macht.

Hackbraten Wellington mit Minzsauce

“Das arme Schwein.”, ist eine historisch belegte Aussage von Obelix, als er zusammen mit Asterix nach Britannien übergesetzt war und feststellen musste, dass die Briten ihre Wildschweine mit Pfefferminzsoße zubereiten. Und was soll ich sagen, der Dicke hatte Recht. Auch ich werde mich mit Minzsauce wohl nicht anfreunden.

Auftakt zum Hackfleisch-Wochenende: Hackbraten Wellington mit Minzsauce

Zum Auftakt meines Hackfleischwochenendes gab es eines meiner Lieblingsrezepte von Jamie Oliver: Hackbraten Wellington. Ein ziemlich simples Gericht:

Die klein geschnittene Möhre, Kartoffel, Zwiebel, Sellerie, Pilze und Knoblauch werden in einer Pfanne gut acht Minuten angebraten, dann noch eine Handvoll Erbsen dazu. Die Mischung wird dann unters Hackfleisch gemischt, dazu vorher noch ein Ei, gehackter Rosmarin, Salz und Pfeffer. Anschließend wird alles zu einer langen Rolle geformt und in Blätterteig eingerollt. Das komplette Rezept samt ausführlicher Zubereitungsanleitung finden sich auch im Blog Nesrin’s Küche

Und morgen bleibe ich dann auch gleich bei Jamie Oliver und mache meinen Burger selbst.

Ein echter Mann braucht Eier

… und zwar zum Essen, so zumindest die Meinung des Vaters von Nigel Slater, der neben Jamie Oliver vielleicht berühmteste Koch in Großbritannien. Dumm nur, dass der kleine Nigel da ganz anderer Meinung war und seine Eier, so gut sie der Vater auch in den Gerichten versteckt hatte, in schöner Regelmäßigkeit wieder auskotzte. Das berichtet zumindest der erwachsene Nigel Slater in seinem Buch “Halbe Portion”, das ich gerade lese.

Es muss ja nicht immer das gekochte oder einfache Spiegelei sein, oder?

Ganz ehrlich, ich glaube nicht wirklich, dass der Genuss von Eiern irgend etwas mit der Männlichkeitswerdung zu tun hat, aber gerade zum Frühstück mag ich eine Mischung aus Spiegel- und Rührei ganz gerne. Der Trick meines Vaters bestand immer darin ein bisschen Maggi, manche nennen es auch Suppenwürze, hineinzutröpfeln. Ob das Nigel Slater überzeugen würde, weiß ich nicht. Aber mit den richtigen Zutaten müsste man den guten Nigel doch überzeugen können.

Selbst beim Rührei kommt es schließlich auch auf die Zutaten an, statt billigem Speck dann gleich etwas mit einem fetten großen Bio-Papperl drauf. Und alles gut gewürzt mit Salz und schwarzem Pfeffer. Dazu noch ein Griff ins Gewürzfach und eine Thai Currymischung unter anderem aus Chilli, Paprika, Koriander und anderen Gewürzen rein. Was dann noch fehlt ist ein bisschen Grünzeug, Petersilie oder Schnittlauch als Klassiker, und fertig ist ein perfektes Wochenendfrühstück.

Blattkritik: jamie – Mehr Leben in der Küche

“Das Original – endlich auch auf Deutsch” heißt es auf dem Cover von “jamie – Mehr Leben in der Küche”. Na ja, es hätte mich auch überrascht, wenn die kochende Marketingmaschine Jamie Oliver nicht auch ein eigenes Magazin auf den Markt bringen würde. Damit ich nicht falsch verstanden werde, neben Tim Mälzer ist Jamie Oliver einer der Fernsehköche, die ich durchaus schätze und gelegentlich auch nachkoche. Auch wenn mein Küchengott natürlich weiterhin Anthony Bourdain heißt, von dem ja die Erkenntnis stammt, dass Kochshows im Fernsehen die neue Pornographie seien. Im Sinne von, viele gucken, aber keiner macht es selbst – was Angesichts der heutigen Pornos gar nicht mal so schlecht ist.

Das sich Mälzer und Oliver davon abheben mag auch darin liegen, dass beide Vertreter der Theorie sind, man müsse keine Sterneköche produzieren – so schätze ich Mälzer besonders weil ich dank ihm perfekte Bratkartoffeln zubereiten kann und meine Bolognese ist eigentlich die von Jamie Oliver.

Man könnte jetzt also fragen, wie sieht die Sache mit Kochmagazinen aus. (Bücher sind eine eigene Angelegenheit, denn Kochbücher sind ja auch ein beliebtes Geschenk.) Der Unterschied zum Fernsehen ist signifikant, zum einen muss ich selbst aktiv eine Zeitschrift kaufen und zum anderen gezielt dafür Geld ausgeben. (Im Fernsehen zahle ich die Kochsendung selbst bei Pay-TV ja quasi mit.) Aber ein Magazin nur voller Rezepte wäre ja nur ein Kochbuch in anderer Form, und so hat auch “jamie” mehr im Angebot.

Natürlich auch reichlich von Jamie Oliver selbst. Man muss sich schon in Erinnerung rufen, dass Jamie eigentlich ein ganz sympathischer Typ ist, sonst ginge einem – um ehrlich zu sein – diese ganze Selbstdarstellerei schon irgendwie auf die Nerven. Und bei “jamie” ist der Name Programm, wenn natürlich auch nicht alle Artikel von ihm selbst verfasst wurden.

Dennoch stimmt die Mischung nicht so ganz, zwischen Artikeln und Rezepten. Für meinen Geschmack waren es ein paar Rezepte zu viel und ein paar Geschichten rundherum zu wenig. Das perfekte Magazin ist da dann doch nicht herausgekommen, oder sollte man sagen, übersetzt worden?

FACTS: “jamie – Mehr Leben in der Küche” erscheint 6x im Jahr  bei Gruner + Jahr – www.jamiemagazin.de