
Filmkritik: The Devil's Rock
Ein großer Philosoph und persönlicher Freund von mir prägte den Satz “Life is a bitch”. Auf einem der Plakate zum neuseeländischen Horrorfilm “The Devil’s Rock” steht zu lesen, “War is a bitch”. Aber eigentlich wäre wohl passender zu schreiben, “The devil is a bitch” – und was für eine.
“The Devil’s Rock” startet wie ein gewöhnlicher Kriegsfilm. Kurz vor der Landung der Alliierten in der Normandie, landen zwei neuseeländische Elitesoldaten auf einer einsamen Kanalinsel um eine Stellung der Deutschen zu sabotieren. Als sie die Schreie von vermeintlichen Folteropfer hören, entschließen sich die beiden Soldaten zu bleiben und dringen in die unterirdische Katakombe der Nazis ein – um lauter zerfleischte Nazis vorzufinden. Bis auf einen SS-Offizier, ein Spezialist für Hitlers Okkultwahn, der weiß, dass die Schreie des vermeintlichen Folteropfers eher genau das Gegenteil davon sind.
Neuseeland ist im Genre längst kein Geheimtipp mehr und “The Devil’s Rock” bestätigt den Ruf aus Kiwiland auf ein Neues. Genregemäß ist der Film ziemlich blutig und trägt den roten “FSK 18″-Button nicht ganz zu unrecht. Was den Film aber sehenswert macht, ist die Tatsache das die große Abschlachterei schon vor oder im ersten Teil des Films abgehandelt ist. Was bleibt ist ein Dämon, feuerrot oder mal menschlich wandelbar, und ein Neuseeländer und ein SS-Mann. Es mag komisch klingen, aber auf weite Strecken hin ist “The Devil’s Rock” ein hervorragendes kleines Kammerspiel. Das wäre freilich noch besser gelungen, hätte man dem SS-Mann ein paar weniger Klischees und etwas mehr Boshaftigkeit erlaubt. So funktioniert das Zusammenspiel und das Gegenspiel der beiden Hauptakteure nur halb so gut.
FACTS: The Devil’s Rock (Neuseeland 2011) – Regie: Paul Champion – Darsteller: Craig Hall, Matthew Sunderland, Gina Varela